I Promised the World – I Promised the World

von am 24. Januar 2026 in EP

I Promised the World – I Promised the World

Sinema heißen jetzt I Promised the World – und destillieren ihren eklektischen Sound unter diesem neuen Namen auf einer selbstbetitelten EP nochmal um das kleine Quäntchen schlüssiger als bisher bereits.

Dafür ist, ungeachtet des Titels, keine Zäsur nötig. Nach dem noch unausgegorenen Debüt Stuck in the Details unter dem Banner Sw!tch setzen die 20 Minuten von Promised the World den Weg von After the Flatline (2023) und Fear of the Fall (2024) relativ nahtlos fort, zeigt in den Nuancen aber eine noch bessere Balance und Dynamik – alles wirkt reifer und natürlicher strukturiert. Und vor allem – in  240p-Auflösung, passgenau für das MySpace-Profil – authetisch!
Die stilistische Mischkulanz, die eigentlich over the top geht, funktioniert mittlerweile mit geerdeter Basis selbstverständlich und so stimmig abgewogen, dass selbst die kitschigen Cringe-Momente (wie die gefühlvolle Beinahe-Ballade Emerald Waltz oder eine neue, verbesserte Variante von Future Worth Dying For, die nun ungeniert mit Alternativ Rock-Generika, oder dem, was abschätzig als Mall Screamo bezeichnet wird, flirtet) ihre Ambitionen nicht überstrapazieren, sondern einen gut dosierten und runden Spannungsbogen bilden.

Die Texaner stürzen sich jedenfalls mit voller Hingabe und knackiger Produktion in ihre 00er-Metalcore-Nostalgie, jagen gleich in Proud poppigen Emo-Klargesang a la Claudio Sanchez polarisierend durch den Underoath-Flur und lassen A Pure Expression gleichzeitig fauchender vom Death auf der einen, und My Chemical Romance oder Funeral for a Friend auf der anderen Seite träumen, bevor das rezitierende Bliss in 7 Languages melodisch und zurückgenommen Erinnerungen an die seligen Misery Signals jenseits der reinen Worship-And-Tribute-Adaption freisprengt.
Die Kritikpunkte dabei sind deswegen auch eigentlich keine solchen, weil die Skala angesichts des Potentials einfach für die Zukunft Luft nach oben brauchen dürfte : I Promised the World müssen sich spätestens jetzt durchaus mit den Klassikern des Genres messen – und in dieser Relation wirkt diese absolute Talentprobe noch ein wenig wie ein Sturm im Wasserglas.

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