Interview: Joey Cape (Lagwagon)

von am 21. Oktober 2014 in Featured, Interview

Interview: Joey Cape (Lagwagon)
„After a nine year lag, it’s time to get back on the wagon!“ Die kalifornischen Punkrock-Veteranen Lagwagon melden sich nach neun langen Jahren mit ihrem heiß ersehnten Album Hang zurück. Die Platte erscheint am 28. Oktober – Heavy Pop plauderte bereits im Vorfeld mit Sänger Joey Cape über ihren energiegeladenen Sound, seinen Tribute-Song an Tony Sly und darüber, warum das Punkrock-Multitalent nicht gerne in Musikvideos auftaucht.

Heavy Pop: Es sind neun Jahre seit der letzten Lagwagon Platte vergangen. Wie fühlt es sich an nach so langer Zeit mit einem Album zurückzukommen?
Joey Cape: Es fühlt sich großartig an. Weißt du, das ist eines dieser Dinge…wir haben immer lange dafür gebraucht eine Platte aufzunehmen. Das hat vor allem damit zu tun, dass wir nie ein Album aufnehmen wollten, auf das wir nicht stolz sind. In den letzten neun Jahre habe ich an anderen Alben und Projekten gearbeitet. Aber es hatte einfach den Anschein, dass die meisten dieser Songs nicht angemessen für Lagwagon waren. Aber als diese Platte dann vor zwei Jahren zu entstehen begann, waren die Zusammenarbeit und der Einsatz einfach großartig. Das Album entstand in weitaus mehr Gemeinschaftsarbeit als sonst. Ich weiß nicht…es ist schwer zu erklären, aber ich würde sogar behaupten die Zusammenarbeit und das Feeling in der Band ist besser als je zuvor. Der ganze Prozess war diesmal einfach umwerfend. Deswegen bin ich auch sehr glücklich mit der Platte und ich denke, wir sind alle ziemlich stolz auf das Album!

Das freut mich zu hören. Ihr seid ja die letzten Jahre über trotzdem immer wieder getourt. Glaubst du, dass ihr diese Zeit einfach gebraucht habt um überhaupt wieder an neuem Material arbeiten zu können?
Ich schreibe nicht viel Musik auf Tour. Üblicherweise schreibe ich zuhause, weil es auf Tour für gewöhnlich schwierig ist überhaupt einen ruhigen Platz zu finden, es gibt so viele Ablenkungen. Manchmal schreibe ich ein paar Texte, und hier und da fällt mir mal ein Riff ein, aber als Songwriter passiert für mich an sich sehr wenig auf Tour. Ich glaube, dass ich eine ziemlich kurze Aufmerksamkeitsspanne habe, deswegen brauche ich einfach die Ruhe. Aber weißt du, wir sind ja nicht immer auf Tour. Wir touren zwar sehr ausgiebig, aber es gibt daneben definitiv auch genug Zeit um runterzukommen.
Oh Mann, ich glaube ich hab deine Frage nicht wirklich beantwortet. Ich versteh sie auch nicht so richtig. Ging es darum wo ich Songs schreibe? Es tut mir echt leid, aber es ist wirklich noch früh hier und ich hab erst meine erste Tasse Kaffee intus. (lacht)
Kein Problem! Die Frage war, ob ihr die Jahre gebraucht habt um überhaupt an neuem Material arbeiten zu können?
Aah, ok. (lacht) Weißt du, die Wahrheit ist: in den letztens neun Jahren haben wir zwar kein komplettes Album gemacht, aber eine EP. Dazu habe ich an zahlreichen anderen Platten gearbeitet. Es ist also nicht so, dass wir in den letzten neun Jahren an keiner Musik gearbeitet hätten. Die Sache ist die: ich weiß, wann ich bereit dazu bin ein Album für Lagwagon zu schreiben. Es gibt da immer diesen Moment, an dem ich verstehe, was meine Band als nächstes tun sollte. Oder zumindest verstehe, was ich glaube, dass sie als nächstes wollen. Es macht quasi klick. Es muss sich einfach natürlich anfühlen. Und bei diesem Album …es war ungefähr vor zwei Jahren, wir waren auf Tour um das damals erschienene Box Set zu supporten. Und all diese alte Musik hat uns Feuer unterm Hintern gemacht. Ich denke, das hat die Leidenschaft, die wir mal hatten, wieder neu entfacht. Es wird immer schwieriger und schwieriger – wir werden ja immer älter. Was wir generell als Band tun, wenn sich nicht das richtige Feeling einstellt, ist, dass wir eine Pause einlegen. Wir stoppen.
Vor ein paar Jahren bin ich also aufgewacht und habe realisiert, was ich schreiben sollte, woran wir als Band arbeiten sollten. Genau zu diesem Zeitpunkt war die Synergie in der Band auf einer Hochphase, wie in den alten Tagen. Die Chemie zwischen uns war grandios. Wir haben also zwei Jahre mit den Arbeiten an diesem Albun verbracht, aber an Demos haben wir uns erst in den letzten vier Monaten rangemacht. Es ist echt interessant, wie die Zeit verfliegen kann! (lacht) es ist wirklich verblüffend, wir haben in diese Platte mehr Zeit investiert als je zuvor. Eine Menge Energie floss in das Album. Aber eben erst die letzten paar Jahre.

Wolltet ihr das Album „perfekt“ hinbekommen, oder war es einfach eine Entwicklung die Zeit verlangte?
Ich glaube schon, dass ich bei ‚Hang‚ in gewisser Weise etwas ambitionierter war. Manche der Songs sind sehr lang, die Arrangements sind komplexer. Ich weiß nicht, es ist schwer zu erklären. Wir haben diesmal in einem viel früheren Entwicklungsstadium miteinander zu arbeiten begonnen. In der Vergangenheit habe ich meist nahezu fertig komponierte Songs zur Band gebracht, weißt du. Die Arrangements, eigentlich alles bis auf die Texte, waren üblicherweise bereits komplett in meinem Kopf fertiggestellt. Und mit diesen nahezu vollendeten Tatsachen kam ich zur Band, die diese Entwürfe dann interpretiert hat, ihnen ihren Stempel verpasste. Jeder hat noch etwas beigesteuert.
Bei diesem Album war es aber anders. Ich habe mich dazu entschlossen der Band reichlich Material vorzulegen, das entwicklunglungsmäßig noch in den Kinderschuhen steckte. Und ich mag das Ergebnis. Von jetzt an wird der Prozess wohl immer so von statten gehen, es fühlt sich richtig an. Weil die Jungs nunmal meine Band sind, und das schon so lange durchziehen. (Lacht) Sie haben einfach großartige Ideen. Weil wir diesmal an allem gemeinsam gearbeitet haben, hat es eben ein bisschen länger gedauert. Aber ich denke, das war es wert.

Das hört man dem Album auch an. Ich hatte ja das Glück es bereits hören zu können – sensationelle Platte übrigens! Aber wie würdest du denn den Fans, die noch zwei Wochen auf die Veröffentlichung warten müssen, das Album aus deiner Sicht beschreiben? Was können sich die Leute erwarten?
Naja….
Schwierige Frage?
Nein, nein, nein. (lacht) Ich finde die Texte auf ‚Hang‚ sind ein bisschen politischer ausgefallen als sonst. Es gibt definitiv zentrale Themen, um die sich das Album dreht. Es ist also lyrisch gesehen konzeptueller veranlagt. Diesmal habe ich ganz bewusst versucht, ein komplettes Album mit einheitlichen Themen zu schreiben, auf dem alle Songs in irgendeiner Weise miteinander zusammenhängen. Davon rede ich schon lange.
Musikalisch gesehen hat die Platte einen Sound, der an die Frühzeit der Band erinnert. Aber wir haben auch viel neues ausprobiert, und damit meine ich: wir haben einfach das gemacht, was wir machen wollten. In gewisser Weise machen wir das natürlich immer so, weil ich es generell wichtig finde, dass man ehrlich mit dem aktuellen Zustand seine Band umgeht – vor allem wenn man gemeinsam ein Album aufnimmt. So gesehen ist das aktuelle wohl unser ehrlichstes Album bisher, weil jeder in der Band genau das tun konnte, was er wollte. Es repräsentiert, wer wir heute sind.
Es ist schwierig für mich objektiv zu beurteilen, wie die Platte klingt. Das sollten wir anderen Leuten überlassen. (lacht) Aber ich weiß, dass sie für mich nach Ehrlichkeit klingt. Sie klingt genau nach der Platte, die meine Band zu diesem Zeitpunkt aufnehmen sollte, was mich sehr glücklich macht. Wir sind stolzer auf dieses Album als auf alle davor, das wird dir jeder in der Band bestätigen. Wir alle fühlen so, also irgendwas scheinen wir richtig gemacht zu haben. Es fühlt sich einfach verdammt gut an.

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Mein Eindruck ist, dass ihr nun phasenweise dunkler und ernsthafter klingt. Manchmal vielleicht sogar ein bisschen heavier…
Das ist interessant. Weil – ich möchte jetzt nicht von einer Fehleinschätzung reden – aber ich glaube, dass Lagwagon irgendwie den Ruf provozierte hat, eine Band zu sein, die dümmliche Songs hat.
Tut mir leid, das wollte ich damit keinesfalls sagen!
Nein, nein, schon ok. Das war jetzt nicht auf dich bezogen. (lacht) Ich meinte das eher generell. In Wahrheit sieht’s so aus: wenn du dir jede unsere Platten und alle unsere Songs anhörst, die wir je produziert haben, wirst du im Endeffekt vielleicht um die 10 lustige Songs finden. Zehn Upbeat-Songs, von denen es immer ein oder zwei auf einem Album gibt. Gleichzeitig haben die Albencover diese „Heiterkeit“ auch immer irgendwie erzeugt.  Weißt du, wenn man sich nicht auf ein Albumcover einigen kann, teilt man als Familie zumindest immer denselben Humor. (lacht) Du bist eingesperrt in einem Van oder Bus, egal wo du gerade tourst, über Jahre und Jahre und Jahre hinweg – aber das einzige, was man dennoch beinahe immer gemeinsam hat ist der Sinn für Humor. Immer wenn wir also an den Punkt kamen uns für ein Artwork entscheiden zu müssen, unterhielten wir uns und es war immer so: „Fuck, keine Ahnung was wir verwenden sollen!“ Irgendjemand reißt dann meist einen Witz, dann die nächste Person und letztendlich lachen wir alle über dasselbe und denken: „Perfekt! Nehmen wir einfach das als Cover!“ (lacht)
Ich glaube also, dass es da dieses kleines Missverständnis gibt, was unsere Platten angeht. Aber in Wirklichkeit sieht es so aus, dass – wenn du dir wirklich die Lyrics von Lagwagon anhörst – 95% der Musik, die wir produzieren, ist ziemlich düster. Sehr melancholisch und traurig. Ich schreibe vor allem über Loyalität, Tod, Verlust und gebrochene Herzen. Der einzige Unterschied den ich zur aktuellen Platte sehe ist, dass es diesmal keine Heiterkeit gibt. Die ganze Platte ist ziemlich heavy, ziemlich dunkel, und weil gewisse Themen immer wieder aufgegriffen werden, lässt dass das Ganze noch düsterer werden, finde ich. Nicht zu vergessen, dass wir diesmal einen Strick am Cover haben. Das Cover ist also nicht lustig.

Ja, der Sound des Albums in Verbindung mit dem Cover ist wirklich sehr stimmig. Ein Song, der mir im Gedächtnis geblieben ist, ist ‚One More Song‚. Kannst du mir ein bisschen mehr über die Nummer erzählen?
Naja, es ist eine Widmung an Tony Sly. Der Titel bezieht sich auf diese Art Chant, der am Ende seines Songs, ‘Liver Let Die’ vorkommt.
Die Nummer habe ich live einige Male gespielt, und es schien einfach ideal zu dem Material zu passen, an dem ich gerade schrieb. Ich hatte nicht geplant einen Song für Tony zu schreiben, denn manchmal fühlt es sich einfach so an, als würden Musik und Worte nicht genügen, um auszudrücken was man empfindet. In diesem Fall war das so für mich. Nach einigen Jahren stand für mich fest: „na gut, ich werde keinen Song darüber schreiben.“ Aber dann überkam es mich eines Tages einfach, es ließ sich nicht abwälzen, ich musste mich fügen. Ich hörte immer wieder diese Phrase „One More Song“ und es passt wirklich perfekt. Bevor Tony starb, war ich auf Tour mit ihm, seine letzten Tage haben wir zusammen verbracht. Es gab da diesen Tag – wir waren in Brooklyn – und er arbeitete in dem Zimmer das wir uns teilten an einem Song. Er spielte ihn mir vor, und er war wundervoll, wirklich erstaunlich. Er kritzelte die Lyrics auf ein Stück Papier. Nachdem er gestorben war, fiel es mir immens schwer an diese Szenen zu denken. Es war wie: „was wurde nur aus diesem Song?
Tatsächlich geht es in unserer Nummer nicht genau um den Song. Wenn Tony noch hier wäre könnte er natürlich noch weitere Songs schreiben – es hieße aber auch, dass man vor allem noch weitere Gespräche mit ihn führen könnte, er schlicht weiterhin an unserem Leben teilnehmen würde – was weitaus wichtiger ist. All das kam beim schreiben zusammen, die Lyrics drehen sich also darum: „Was passierte mit jenem Song? Ich wünschte du wärst immer noch hier, damit wir ihn hören könnten. Nicht wegen dem Song an sich, sondern weil wir dich gerne hier hätten.
Ein anderer Aspekt des Songs ist, dass es diese Schuldgefühle gibt. Aber ich denke, das ist normal wenn man jemanden verloren hat. Immer, wenn du jemanden verlierst, den du liebst, beschäftigt sich ein Teil der Trauer nun mal mit gewissen Selbstvorwürfen: „Hätte ich etwas anders machen sollen? Hätte ich das Geschehene verhindern können? Hätte ich nicht diesen Anruf machen können? Hätte ich nicht…“ du weißt schon, sowas in der Art. Für mich ist das also ein wirklich bewegender Song.
Ich finde, es ist ein wirklich schöner Song, mir gefällt die Idee dahinter sehr. Vielleicht hat er deswegen auch gleich beim ersten Mal derartigen Eindruck hinterlassen.
Danke, das ist schön zu hören. Das ist genau die Art, wie ich Songs schreiben will. Hoffentlich identifizieren sich auch andere Menschen damit. Das ist ja das Ding bei solchen Themen: beinahe jeder kann nachvollziehen wie es ist, jemanden zu verlieren.
Ja, und ich glaube, darum geht es bei Musik auch – Menschen zu berühren und ihnen etwas zu geben, mit dem sie sich identifizieren können.
Ja, auf jeden Fall.

Ihr habt ja bereits drei Songs von ‚Hang‘ veröffentlicht – ‘The Cog in the Machine’ und ‘The Burden Of Proof/Reign’, was ja eigentlich zwei Songs in einem sind. Ich habe gehört, dass es auch Videos zu diesen Singles geben wird, in denen ihr aber nicht vorkommen werdet. Warum denn nicht?
So sieht zumindest der Plan aus, aber wir haben noch für keines der  Videos den passenden Regisseur gefunden. Der Grund nicht in den Videos mitzuspielen – aber das ist nur mein persönlicher Standpunkt –  ist, dass ich das Prinzip dahinter nicht kapiere. Ich kapiere diese Verbindung von Lyrics und Performance nicht. In der Sekunde, in der ich eine Band in einem Video performen sehe, wechsle ich den Sender oder schalte aus. (lacht) Sowas sehe ich mir live an, aber das ist nur ein Video – never mind the song. Ich bevorzuge da kleine Kurzfilme, die einen konzeptuellen Bezug zu den Songtexten haben, was aber natürlich auch schwieriger umzusetzen ist. Mir gefällt auch die Tatsache, das Videos ein anderes Medium der Kunst sind. Für eine Band auf unserem Level, die nicht all zuviel Geld für sowas ausgeben kann, ist es auch schwer kreative Menschen zu finden, die bereit sind nicht für Unsummen zu arbeiten und trotzdem ein Stück Kunst erschaffen. Ich möchte da auch gar nicht in deren Schaffen involviert sein. Sie bekommen die Songtexte, wissen also, um was es geht. Sie haben die Dynamik und die Musik des Songs. Es ist wie mit einem Film-Soundtrack – der Soundtrack muss zum Film passen. Bei Musikvideos sollte es genau der umgekehrte Prozess sein. Es sollte heißen: „Hier ist der Song, das sind die Lyrics. Welche Bilder siehst du dafür?“ Ich mag einfach den Gedanken nicht, unsere Band in einem Video zu sehen. Das macht das ganze immer ein bisschen oberflächlich.
Ja, ich weiß was du meinst.
Und gerade bei dieser Platte … ich liebe die Texte darauf wirklich sehr. Ich habe hart an ihnen gearbeitet und mag das Konzept hinter den Songs. Sie könnten meiner Meinung nach auch eine sehr kräftige Bilder sein. Das Ding ist: man sollte keine Videos machen, wenn sie nicht die Möglichkeit bieten, die vorhandenen Konzepte auszuweiten. Bilder sind ebenso stark wie Worte, deswegen wäre es natürlich schön Menschen zu finden, die die Texte adäquat interpretieren … aber das gestaltet sich schwieriger als erwartet. (lacht) Wir werden ja sehen.
Ja, ich bin also jedenfalls kein Fan von solchen Bandauftritten in Videos. Ich finde das ein wenig opportunistisch, oder so nach dem Motto: „Seht uns an!“ Wenn uns die Leute sehen wollen, können sie gerne kommen und uns live bei Konzerten sehen.

Da hast du vollkommen recht. Wenn wir schon beim Thema Konzerte sind – eure Tour startet im November. Schon gespannt drauf die neuen Songs nun auch live zu spielen?
Oh, ja ! (lacht)
Wie fühlt es sich denn an, wenn man einen Song zum ersten Mal live präsentiert?
Ich liebe es! Und ich glaube jeder andere in der Band auch. Weißt du: wenn du in einer Band bist, spielst du manche Songs über Jahre immer und immer wieder, tausende Male. Die Inspiration dahinter kommt und geht. Und auch wenn wir dem Publikum grundsätzlich immer dankbar sind, kommt es schon auch auf die Besucher an, und das Zusammenspiel zwischen ihnen und uns. Einen alten Song zu spielen kann immer noch verdammt lustig sein, wenn die Reaktion seitens des Publikums passt. Das wirkt sich einfach darauf aus, wie es sich anfühlt ihn zu spielen.
Soviel dazu – einen neuen Song zu spielen ist einfach erfüllender und unterhaltsamer für alle Beteiligten. Alles ist frischer und inspirierter. Einfach cooler, weil du ihn noch nicht satt hast. Du fühlst dich extrem inspiriert, was ein großartiges Gefühl ist. Bisher mussten wir nachem wir Alben fertig hatten aber immer selektieren welche Songs wir dann auch live gespielt haben. Du hast diese Grundlage und entscheidest: „Ok, vielleicht am besten diese vier Songs. Lasst und die mal ausprobieren!“ Oder manchmal auch 5 Songs, wenn wir meinen dass die funktionieren könnten. Normalerweise sind allerdings nur zwei oder drei der Nummern dann auch wirklich gute Live-Songs, weswegen man dann halt daneben doch noch ein paar andere ausprobiert. Ein Evaluierungsprozess.
Bei dieser Platte sind wir uns aber erstmals alle einig: wir wollen alle Songs davon live spielen. Komplett und hemmungslos. Wir stehen einfach so sehr auf diese Platte. So in etwa: „Scheiß drauf! Wir spielen das Album live, weil wir es einfach möchten!“ Was insofern relevant ist, weil die Menschen eine derartige Überzeugung auch spüren. Ich glaube daran, dass du jemanden sehen willst, der die Songs die er spielt auch von ganzem Herzen liebt. Wenn die Tour im November also startet, ist geplant das komplette Album zu spielen. Vielleicht nicht am Stück, da bin ich noch nicht sicher. Wir proben dieses Wochenende und werden das da mal besprechen und sehen wie es läuft. Wenn wir es dann bis Österreich geschaftft haben werden wir vielleicht auch gar nicht mehr die komplette Plattespielen. (lacht) Das könnte dann doch ein bisschen viel für die Leute die zu den Shows kommen werden, aber ausprobieren werden wir es.

Ihr werdet ja sehen wie es läuft, aber ich halte das für eine gute Idee. Weil wir schon von Österreich sprechen bringt mich das auch gleich zu meiner letzten Frage: wann kommt ihr nach Europa?
Momentan stehen wir noch am Anfang eine Tour zu planen, die im März starten soll. Ehrlich gesagt habe ich noch keinen Schimmer wie es genau aussieht. (lacht) Aber natürlich werden wir in Österreich spielen. Wir spielen immer in Österreiuch, wenn wir nach Europa kommen – oder zumindest nahezu immer. Wir lieben es. Weißt du, meine Lieblingslocation in Europa ist die Arena. In ganz Europa gibt es keinen Ort an dem ich lieber spiele. Und ich glaube so geht es vielen in der Band. Es ist einfach eine großartige Location, ganz unglaublich. Die Leute die dort arbeiten tun das aus Leidenschaft und sind dabei alle so freundlich. Sie behandeln Bands so gut. Und die Shows sind immer sensationell. Ich liebe diese Location, ich hatte immer eine tolle Zeit dort. Es gibt also eigentlich keinen Zweifel – es wird auch diesmal eine Show dort geben.

Pre-order ‚Hang‘ at Fat Wreck Chords

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