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Lamp Of Murmuur – Punishment And Devotion

Lamp Of Murmuur - Punishment And Devotion

Lamp of Murmuur ist auch 2021 besonders produktiv: Neben der Compilation Remnants of a Bewildered Ache sowie der Dai-ichi-Split Virgin Womb of Eternal Black Terror erscheint wenige Stunden nach Submission and Slavery noch der Trabant Punishment and Devotion.

Tracks that were received and interpreted during the same sessions as Submission And Slavery, but due to conceptual reasons were left out of the record.“ heißt es als ergänzende Information zur EP, die wie schon das Album-Hauptwerk ohne große Vorankündigung veröffentlicht wurde.
Wo Submission and Slavery gefühlt aber entweder eine Spur zu lange dauert oder eher noch einen gravierenden, phantomschmerzen hinterlassenden Song zu kurz ausgefallen ist, um seinen Spannungsbogen rund zu schließen, sind es jedoch wohl wirklich nicht die beiden über insgesamt 14 Minuten gehenden Stücke von Punishment And Devotion, die diese Lücke schließen und aufwiegen hätten können. Alleine vom Sound her unterscheidet sich das Material der beiden Veröffentlichungen nämlich merklich, und auch inhaltlich geht Lamp of Murmuur hier einen deutlich anderen Weg. Nämlich einen, der ohne Darkwave-Ambitionen näher am bisherigen Schaffen bleibt, also dem melodischen Black Metal treu ergeben ist, wenngleich die catchy Riffs (Riffs, Riffs….die gehen dem Typen wohl nie aus!) wie gewohnt mit einer furiosen unersättlichen und infektiös unterhaltenden Thrash-Spielfreude hinausgeschleudert werden.

Sowohl As My Pain Contorts In The Dionysiac Vortex als auch das ein bisschen mehr als Standard funktionierende Forever Bound To The Will Of The Spectres wirken deswegen wie eine Symbiose aus Motörhead und Slayer im Black Metal mitsamt einer gewissen Punkrock-Affinität und Rock’n’Roll-Direktheit, deren größtes Trumpfass gar nicht die archetypische, auf böse Grimmigkeit und nihilistisch fauchende Kälte getrimmte Atmosphäre ist, als vielmehr der so kurzweilige und verdammt kreative Unterhaltungswert der blastenden Kaskaden ist.
Der kontrastierende Split („These tracks act as a counterpart to the aforementioned album„) des Materials macht also schon Sinn, da der von Submission and Slavery verfolgte Weg  durch die beiden Punishment And Devotion-Stücke als finale Phase in dieser Verortung gewissermaßen revidiert worden wäre.  Ohne die überraschende stilistische Aufgeschlossenheit des Albums wirken die zwei Stücke hier aber auch eher wie ein ohne Masterplan gebündelter Dienst an der Basis, ein bisschen in der Luft hängend. Was beiden Veröffentlichungen insofern und doch auch abseits davon gemein ist: Da wie dort wirkt der übergeordnete Spannungsbogen zu knapp bemessen und ein gewisser Stückwerk-Eindruck bleibt; und da wie dort ist das natürlich Jammern auf hohem Niveau.

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