Magdalena Bay – This Is the World (I Made It for You) / Nice Day

von am 16. November 2025 in Single

Magdalena Bay – This Is the World (I Made It for You) / Nice Day

Magdalena Bay verabschieden sich mit einer letzten Tranche von ihrem 2025er-Single-Reigen: „This is the final pair (we made it for you). Thank you for listening to these songs… it was a nice day to tangle with you.

Es ist Ende mit Schrecken – sobald man die Preise der physischen Versionen der Singles bzw. vor allem des entsprechenden Conclusios Nice Day: A Collection of Singles 7″ Box Set sieht: außerhalb der USA sind die generell bockteuren Platten praktisch unerschwinglich. (Der Reddit-User-Gag Magdal€na Pay trifft leider ins Schwarze).
Aber auch der Umstand, dass in der Stafette von Second Sleep / Star Eyes über Human Happens / Paint Me a Picture und Unoriginal / Black Eyed Susan Climb (trotz aller nachwirkender Grower-Klasse) bereits ein minimaler qualitativer Abstieg zu beobachten war, der nun im schwächsten, weil unbefriedigendsten Single Doppel mündet, hinterlässt einen klitzekleinen Beigeschmack.

Was freilich Jammern auf hohem Niveau darstellt. This Is the World (I Made It for You) ist schließlich ein wirklich netter Popsong, der als Paradebeispiel dafür dient, wie einfallsreich Magdalena Bay in Sachen Inszenierung und Arrangements arbeiten. Die Nummer ist ein bisschen funky und ein bisschen verträumt, ein bisschen Cardigans-mäßig und dabei vor allem Mag Bay-typisch. Sie schunkelt liebenswert und eingängig, schlapft funkelnd dahin, lässt die Synthies rumoren und später sogar eine Ziehharmonika als naheliegendste Sache der Welt auftauchen. Der finale Hook-Knockout fehlt zwar, aber This Is the World (I Made It for You) wächst als verführerische Wohlfühlzone, unheimlich angenehm.

Nice Day wirkt dagegen wie ein Teaser für eine ganz neue Seite der Band. Mica Tenenbaum und Matthew Lewin verneigen sich hier tief vor My Bloody Valentine und gehen mit schweren Gitarren und einer bittersüßen Weezer-Sehnsucht tief in den Shoegaze. Das steht dem Duo (alleine schon stimmlich) einfach umwerfend, wiewohl der Song aufgrund seiner Kürze und mangels Klimax einen nirgendwo hin führenden, eher eklektischer Epilog darstellt.
Oder Prolog. Denn das feine an dieser Handvoll Singles ist nun ja auch, dass sich nach eigenen Vorlieben ein großes Ganzes daraus basteln lässt. Eines, das übrigens einen Platz in den diesjährigen Jahrescharts sicher gehabt hätte – wiewohl Magdalena Bay selbst schlau genug waren, den Druck auf den tatsächlichen Nachfolger ihres 2024er Geniestreichs Imaginal Disk durch die Veröffentlichungsweise des neuen Materials verdammt smart zu verlagern.

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