Rise Against – Katy Bar the Door / Living Undercover

von am 17. Oktober 2026 in Single

Rise Against – Katy Bar the Door / Living Undercover

Damit musste man nach dem relativ katastrophalen Ricochet keineswegs rechnen: Rise Against kriegen anhand der Single Katy Bar the Door / Living Undercover doch tatsächlich wieder halbwegs die Kurve.

Dadurch, dass vor allem der Mix und die Produktion im Gegensatz zum Desaster aus dem Vorjahr stimmen (besten Dank insofern an an das zurückkehrende Team um Bill Stevenson – Jason Livermore, Andrew Berlin und Chris Beeble!), klingt Tim McIlrath endlich wieder wie er selbst und seine Band kann sich wieder ein gutes Stück weit an ihre eigentlichen Stärken im melodischem Punkrock erinnern.
Das von den diesjährigen ICE-Tätigkeiten inspirierte Katy Bar the Door – „This is not the first time in history we have reckoned with abuses of power. Bearing witness to the fragility of democracy is a scary thing, and it demands a response“, so der Frontmann im Beipackzettel) ist eine flotte Trademark-Nummer mit Bad Religion-Flair in der Strophe und mehr Alternative Rock Breite im Chorus. Gefällig und eingängig übertreibt man es zwar mit Wiederholung und McIlrath presst hinten raus kurzzeitig gar wie Dexter Holland, doch alleine schon anhand der niedrigen Erwartungshaltung ist die A-Seite eine reine Wohltat.
Ganz ähnlich verhält es sich mit Living Undercover, das atmosphärisch weiten Anlauf nimmt und auf überlegtere Weise eingängig und gefühlvoll – mit eine fast gerappten zweiten Strophe polarisiert die an sich zu rezeptiv konzipierte und unspektakulär solide Nummer dann aber doch noch.
Die erläuternden Ausführungen – „Sometimes it’s because we’re building something beautiful behind the curtain, other times we’re hiding some kind of darkness. I like the cloak and dagger feel of the song that ties into its central theme.“ – und die Bewertung mit mildem Wohlwollen gerade noch aufrunden.

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