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Aimee Mann hat die fünf Jahre dauernde Plattenpause seit dem grundsolide langweilenden Charmer ideal genutzt, um sich mit Mental Illness auf eine ihrer Kernkompetenzen zu besinnen: Kleinode wunderschön berührender Melancholie, die ihrem Image so konventionell wie effektiv in die Hände spielen.
Wohl beinahe ausnahmslos für seine treuesten Anhänger unbedingt relevant: Brüllwürfel Jamey Jasta kompiliert auf The Lost Chapter 9 Songs, die sich seit seinem auch schon wieder sechs Jahre zurückliegenden Solodebüt nebenbei angesammelt haben.
Auf In Mind greift der altbekannte Real Estate-Kunstkniff subtiler denn je: Da plätschert der Indie-Jangle-Pop unscheinbar und vermeintlich ambitionslos vor sich her, doch spätestens beim ersten sommerlichen Sonnenstrahl will man nichts anderes mehr hören.
Common as Light and Love are Red Valleys of Blood ist wahlweise das ausführliche Opus Magnum des "neuen" Mark Kozelek - oder aber endgültig der egozentrisch-polarisierende Tiefpunkt einer Entwicklung, die Sun Kil Moon seit einigen Jahren vollziehen. Die erschlagenden Masse dieses Doppelalbums suggeriert eher zweiteres, obgleich die Wahrheit wie so oft eher zwischen den Extremen zu suchen ist.
Tim Darcy posiert auf dem Cover von Saturdy Night ernst, manierlich und gegenwärtig vor aufgeräumt-stilisierter Umgebung. Eine gefinkelte Begrüßung, beobachtet der Ought-Frontmann doch dabei eigentlich vor allem, wie sein erstes Soloalbums mit Fortdauer immer weiter ausfranst und sich völlig ungezwungen in der vagen Orientierungslosigkeit auslebt.
Das zweite Soloalbum der Desert Rock-Legende konzentriert sich auf das Wesentliche: The Coyote Who Spoke in Tongues inszeniert John Garcias mächtiges Organ vor dem Hintergrund zurückgenommener Akustik-Stoner samt vereinzelter Streifzüge durch die Discografie von Kyuss.
Auf ihrer (wenn man angesichts der bevorstehenden Umbrüche so will) Abschiedtour beehren Michael Gira und seine Swans nun auch Graz - und beenden das Elevate 2016 mit dem erwartbar auslaugenden Kraftakt.
Über das mittlerweile offizielle Ende der Weakerthans kann freilich nichts hinwegtrösten, nicht einmal das zweite Soloalbum von John K. Samson. Eine wohligere Schmerzlinderung als Winter Wheat kann es dann allerdings kaum geben.
Zum bereits zwölften Mal geht das Elevate als "interdisziplinäres Festival mit einem starken Fokus auf gesellschafts- und kulturpolitischen Fragestellungen mit internationaler Beteiligung" in Graz über die Bühne. Dass sich dabei auch vom 20. bis 23.10.2016 die Crème de la Crème der elektronischen Musikszene die Klinke in die Hand geben wird, dürfte angesichts der stets so hochkarätigen Line Ups seit 2005 nicht sonderlich überraschen.
"Also Ermittlungen in Shanghai wäre echt der bessere Titel gewesen." sagt Bass-Gigant Pogo McCartney und hat damit eventuell sogar recht. Das Drittwerk von Messer beobachtet die Aussenwelt schließlich nicht nur durch die Jalousie hindurch aus den eigenen vier Wänden heraus, sondern wandert weitschweifend umherziehend durch dessen geheimnisvolle Wirklichkeit.







![Swans, Anna von Hausswolff [23.10.2016: Orpheum, Graz] Swans, Anna von Hausswolff [23.10.2016: Orpheum, Graz]](https://i0.wp.com/www.heavypop.at/wp-content/uploads/2016/10/Swans-Live-1-Graz-e1477587280117.jpg?resize=205%2C205&ssl=1)


