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Man lehnt sich wohl nicht zweit aus dem Fenster, wenn man den Sado-Maso Guitar Club als eines der Aushängeschilder des österreichischen Rock bezeichnet. Bis dahin war es für das Quientett um Matthias Krejan aber ein weiterer Weg, als es der verhältnismäßig flotte Durchbruch zwischen aufsehenserregender Namensfindung bis zum einschlagenden Debütalbum 'We Love You Too' suggeriert.
Spätestens seit seinem Debütalbum als Solomusiker zählt Joe Volk zu einem festen Bestandteil der Invada-Szene rund um die Portishead-Musiker Geoff Barrow und Adrian Utley. Mit Gonga zelebrierte er davor bereits zwei Alben lang wuchtigen Stoner-Rock, bei der prolongierten Supergroup Crippled Black Phoenix stand der Mann mit der leisen Stimme danach bis zum diesjährigen 'Mankind: The Crafty Ape' vor dem Mikrofon.
Minus und minus ergibt plus: Als "Out of tune, out of time" betitelten sich Viktor und Manuel bis vor knapp zwei Jahren noch. Mit zwei Gitarren in der Hand und ihrer Auslegung von Punkrock im Herzen, berieselten sie auch ein gutes Weilchen die meist kleinen Clubs im Großraum Graz.
2012 war auch ein Jahr vieler großartiger Platten toller Bands. Einige davon haben es uns aber besonders schwer angetan – ein Grund mal nachzufragen, was gerade diese Musiker denn dieses Jahr an Veröffentlichungen so richtig gut fanden. Dass Conan-Sänger und Gitarrist Jon Davis aber lieber fünf Platten auflisten will, die für [amazon_link id="B008BSM1P0" target="_blank" ]'Monnos'[/amazon_link], das diesjährige Doom-Meisterwerk seiner Band prägend waren, lassen wir natürlich auch durchgehen.
Schon paradox: wo der so gerne herbeizitierte Reduktion auf den vermeindlichen "Jesu-Klon" Iroha weiterhin klar unter Wert verkauft, schmeichelt die offensichtlichste Referenz auf Albumlänge dann aber doch wieder eine Spur zu sehr.
Seelenlaut - Schlagzeuger Christoph Moritz, Bassist Manuel Jakob sowie Gitarrist und Sänger Domenik Persoglia haben es sich mit ihrem eigenwilligen Genremix zwischen den Stühlen bequem gemacht. Fühlt man sich im einen Moment noch an ambienten Metal der Marke Opeth erinnert, meint man im nächsten schwer zu verankernde Folkanleihen durchschimmern zu hören und unterm Strich ist das eben doch vor allem: technisch versierter Rock, der es nur nicht jedem Recht machen will. Domenik Persoglia nahm sich die Zeit für unseren Fragebogen.
Da stimmt nahezu alles: die Steaming Satellites zünden ihr Rock-Feuerwerk nicht als Support-Band, sondern als zweiter Hauptact; Two Gallants machen danach alles, was sie auf ihren Platten so fulminant drauf haben im Live-Gewand einfach noch einmal eine ganze Schippe atemberaubender; und der Sound im PPC - daran gibt es diesmal nichts auszusetzen!
Geschliffenen, deutschsprachigen Indierock mit nachdenklich beschwingtem Pop-Grundtenor, einem unleugbaren Hang zur Hymnik und gegebenenfalls dem nötigen Nachdruck - das können nicht nur Kettcar und Konsorten, sondern auch Musikcaffe Prenner.
Wer immer schon wissen wollte, wie sich Morrissey als Leadsänger von The Jesus and Mary Chain machen würde, braucht sich nicht mehr in die Vergangenheit melancholisch-erhabener Paralellwelten zu träumen, sondern darf nunmehr schlicht dem anachronistischen Glücksfall 'Children of Desire' verfallen.
Ben Chatwin kommt auf seinem vierten Album unter dem Talvihorros-Banner dem Wunsch im Titel des eröffnenden 'Let There be Light' nicht nach: 'And it Was So' ist facettenreicher aber auch zielloser Ambient, der sich aus zahlreichen Nachbar-Genres speist und dabei die schweren Vorhänge gründlich zuzieht.







![Two Gallants, Steaming Satellites [05.12.2012 PPC, Graz] Two Gallants, Steaming Satellites [05.12.2012 PPC, Graz]](https://i0.wp.com/www.heavypop.at/wp-content/uploads/2012/12/Two-Gallants-Live-e1354820921518.png?resize=205%2C205&ssl=1)


