Sooj – Crusher

von am 8. April 2026 in Album

Sooj – Crusher

Sooj ist der Zusammenschluss des Duster-Duos Clay Parton und Canaan Amber mit Matt Cagle alias Dirty Art Club. Ihr aus dem Nichts kommendes Debütalbum Crusher will sich jedoch nicht wirklich als brüderlicher Hybrid der beiden Projekte positionieren.

Viel eher ist es so, dass die zwischen Portland, Charlotte und Santa Cruz pendelnde Kooperation sich die ästhetische Seelenverwandtschaft der zwei Pole zu nutzen macht, damit der Slowcore von Duster sich die „sample-heavy, collage-minded production“ (so die verzückten Numero Group, die Crusher als „a low-lit transmission from somewhere between“ verortet) von Dirty Art Club auf nichtsdestotrotz symbiotische Weise assimiliert: Die gerade einmal 27 Minuten der Platte bewegen sich – von In the Walls weg, das sein Schlagzeugspiel ätherisch zappeln lässt, dösend weich, die Akkorde in Zeitlupe anschrammelnd und so sanft nirgendwohin wollend – wie ein abstrahiertes Kaleidoskop aus losen Fragmenten und vagen Song-Ideen innerhalb des Kosmos, in dem die Band mit In Dreams zuletzt auf Autopilot geschalten hatte .

Making music is sometimes a weird, ethereal thing. It can be so fragile, so fleeting. Such a culmination of a specific moment and the entire path before it, plus the extra things that can get cosmically infused“ philosophieren Sooj und mäandern ohne konkrete Ziele durch die psychedelischen Dampfschwaden eines Albums, das weniger durch konkrete Hooks anzieht, als mit seiner entrückten Atmosphäre unverbindlich verführt.
Crusher blendet lethargisch durch aus der Zeit gefallenen Erinnerung, lässt Tape Loops und Synths analog im Delirium wabbern. Manchmal bratzt das mit klareren Konturen im schummrigen Lavalampen-Licht (Double Clutch) und döst dann wieder elegisch zu transzendentalen Melodien (Fleece). Über weite Passagen rein instrumental gehalten nutzt das aus 3,100 Luigis, dem heimlichen Highlight Unfold Me und Lavender bestehende Trio den als Klangfarbe eingesetzten Gesang nur in seine Mittelteil und entspannt sich sonst mit einer Drum Machine durch gesampelte Folk-Landschaften schippernd – wie der Traum eines Urlaubs-Scores, den der Eskapismus tänzeln lässt.

Und bevor sich alle Beteiligten für das Finale Moonbag darauf einigen können im melancholischen Dream Pop zu sinnieren, reißt Cagle das Ruder doch noch ein klein wenig an sich: In Gallo Pinto brutzeln die Beats entschleunigt im somnambulen Groove, irgendwo zwischen dem Post Punk-Weichzeichner und dystopisch schmeichelndem Hip Hop-Pluckern.
Dass dieser den Vibe exemplarisch auf ein Podest habende Ausschnitt wie so viele andere Songs der Platte ohne Klimax verpufft und auf eine eigene, unwirkliche Art des Momentums setzt, kann dann wahlweise frustrieren oder als Versprechen an die Zukunft der Gruppierung verstanden werden.

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