The S.E.T. – Self Evident Truth
The S.E.T. – für: Self Evident Truth – aus Baltimore war bis kurz vor der Veröffentlichung der selbstbetitelten Debüt-EP die neue Hardcore Punk-Band von Ex-Turnstile-Mitglied Brady Ebert.
Nur knapp einen Monat, bevor Self Evident Truth erschienen ist, haben Vocalist Tim, Mike Figueroa (Bass) und Drummer Ryan Fauver ihren Gitarristen Brady Ebervor die Tür gesetzt, weil dieser sich im Feuilleton über mutmaßliche Verfehlungen seiner ehemaligen Kollegen (und offenbar auch anderen Kollegen?) ausließ: „Brady is no longer a member of The S.E.T. We will not stand by his ridiculous comments and behavior toward the members of our band and our community. We will continue to put on for Baltimore hardcore and thank everyone for their support.“ hieß es in einem Statement von The S.E.T., auf das der Geschasste selbst eine Gegendarstellung hintennachschickte – „Have no clue what statements ‚The set‘ (self evident truth – a name I came up with btw) but I haven’t made any statements about anyone except turnstile that arent completely true.“ – und mittlerweile bereits mit einer neu gegründeten Kombo namens Experience (mit Schlagzeuger Ben Rogers sowie Bassist Bobby Faithful) in Nashville eine EP mit Produzent Sean Small (bekannt für seine Arbeiten mit Lizzo oder Nelly) aufzunehmen plant.
Warum dieses ganze Drama hier nochmal aufgerollt wird, hat den einfachen Grund, dass dieses Brimborium spannender ist, als die aufgefahrenen 15 Minuten der EP es in musikalischer Hinsicht sind: Der Hardcore Punk der Band ist einfach zu generisch und austauschbar, macht auf seiner grundsoliden Basis nichts falsch, aber eben auch kaum etwas wirklich etwas wirklich zwingend, eigenständig oder interessant – hängen bleibt entlang der toughen Mentalität schlichtweg zu wenig.
T.M.T. fetzt etwa vielversprechend mit Metallica-Vibe los, verliert sich dann aber in der banalen Slow Motion, in der das groovende Predetermined Hate breitbeiniger rockend einen headbangenden Abgang wählt. Das zu Body Count tendierende Prey Strikes Back, der Beatdown Truth Revealed, sowie das träge Titelstück (das unter dem Überschreiten der Drei-Minutenmarke explizit leidet) sind dann allesamt routinierte Standards – nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Und dass das Gut Instinct-Gastspiel White Lies ist mit seinen heulenden Gitarren das klare Highlight der Platte darstellt, ist dann irgendwie eine ironische Pointe. Ob man sich an diese besonders lange erinnern können wird, sei jedoch dahingestellt.


Kommentieren