Yautja – Test Subject

von am 7. Juni 2020 in Single

Yautja – Test Subject

Knapp drei Jahre nach der EP Dead Soil und mitten im weltweiten Black Lives Matter-Protest nehmen Yautja mit der Single Test Subject den amerikanischen Polizeiapparat ins Visier.

A limited release for the weekend of June 5th, 2020 with all proceeds going to benefit those combating racism, inequality and corruption in the American police force.“ Wo Test Subject also in den Beweggründen seines Erscheinens nicht nur die richtigen Absichten auf seiner Seite hat, sondern ganz generell das Momentum sucht, können die 108 Sekunden der Nummer dann unfairerweise durchaus eine gewisse Enttäuschung provozieren – was primär mit der immensen Klasse zu tun hat, die Yautja im vergangenen Jahr im Vorprogramm von Thou entfesselten, und die Test Subject so nun abseits der Bühne keinesfalls ausspielen kann.
Abseits dieser weniger furiosen Energie im Auftreten ist Test Subject dann aber an sich ein absolut überzeugendes Genre-Gemetzel, dass ein bisschen zu standardisiert seine Trophäen zwischen crustigem Hardcore Punk, Sludge und Deathgrind jagt. Die Gitarrenarbeit und Riffs sind eher Standards, der rohe DIY-Sound weniger. Dabei passiert in kurzer Zeit verdammt viel, wenn die knackige Riffkante ballert, David Reichley auf der Gästeliste auch fies zu Blastbeats keifen darf, während Yautja Tempo und Dynamik atemlos wechseln, ohne sich eine restlose Originalität zu erlegen. Auf der Haben-Seite sind dann aber vor allem das tolle Schlagzeugspiel von Tyler Coburn und die unberechenbare Struktur der Nummer, die gerade in den rasenden Passagen keine Gefangenen nimmt und eben – auch im Alleingang extrem viel Bock auf die nächste Tour des Trios macht.

Print article

Kommentieren

Bitte Pflichtfelder ausfüllen