Oliver
Eigentlich sollte man nach dem selbstbetitelten 2017er-Debüt und Alter The Stunt von 2018 wirklich längst darauf vorbereitet sein, dass Melt Downer den Noiserock beherrschen, wie nur wenige in ihrem Business. Trotzdem überrascht es via III dann doch nochmal aufs neue, wie verdammt gut diese Band doch ist.
Vektor und Cryptosis proben auf Transmissions Of Chaos im Verbund den jeweiligen Neustart: Die Amerikaner nach knapp fünfjähriger Auszeit, die Niederländer nach dem Ende ihrer bisherigen Identität Distillator.
Die Katharsis zwischen Gitarre und Stimme als düstere Liebesgeschichte: Johanna Hedva verarbeitet den Tod ihrer Mutter auf dem strukturoffenen Black Moon Lilith in Pisces in the 4th House.
Still Corners verpassen The Last Exit und bleiben mit ihrem fünften Studioalbum ruhigen Gewissens auf der angenehmen Komfortzonen-Spur aus Indie/ Dreampop, Americana und geschmackvollen Folk.
Only Smith & Burrows Is Good Enough stimmt so leider nicht mehr, und auch die Zeilen „I love the snow, I love the rain/ Here comes the sun, it's all the same“ erweisen sich als eher weniger schmeichelhafte Bestandsaufnahmen.
Eher geschickte Ergebniskorrektur als eine tatsächlich neue Inkarnationen der Stadionrocker: Dave Grohl verpasst seinen Foo Fighters mit Medicine at Midnight eine erfrischend mondäne Inszenierung, kann dabei aber altgediente Schablonen weiter nutzen.
Horror Synthwave und progressiv-anachronistische Elektronik: John Carpenter macht mit Sohn Cody sowie seinem Taufkind Daniel Davies auch auf Lost Themes III: Alive After Death typische John Carpenter-Musik.
Steven Wilson widmet sich auf The Future Bites dem unkomplizierten, zugänglichen, leicht verdaulichen Pop. Das mag Puristen auf die Palme bringen - ist aber mit ein bisschen Abstand einfach nur ernüchternd okay.
Was für eine Kür: Ad Nauseam spielen auf Imperative Imperceptible Impulse die progressiven Schmerzgrenzen auslotenden Avantgarde Tech Death Metal, vollgepackt mit existentialistischer Extravaganz und unorthodox-bizarrer Atonalität nahe der diffusen Ideallinie.
Indie Folk und zurückgenommene Singer Song-Kleinode, wie Self Serenade ihn vorweggenommen hat: Hayley Williams verpasst Flowers for Vases / Descansos ästhetisch eine klare Linie, findet inhaltlich unkonkret aber nicht in die Spur.










