Album
In der verschneiten Einsamkeit von Omaha findet Conor Oberst nicht nur Erholung von den Strapazen der abgebrochenen Desaparecidos-Tour, sondern nach einer veritablen Sinnkrise samt Schreibblockade auch eine überraschende Fülle an therapeutischen Folk-Kleinoden.
Green Day haben die Schnapsidee ¡Uno!, ¡Dos!, ¡Tré! als Band überlebt, während Billy Joe Armstrong die Reha rechtzeitig zu Zeiten politischer Aufruhr und sozialer Missstände abgeschlossen hat - und eben solche haben ja bekanntlich schon einmal für frische Impulse gesorgt, nachdem das Punkrocktrio eine kommerzielle Durststrecke durchleben musste.
The Sword nehmen sich mit Low Country noch einmal ihres letztjährigen Problemalbums High Country an - und finden durch Reduktion und forcierten Unplugged-Gedanken tatsächlich den schlüssigeren Zugang zu ihren Songs.
Die gute Nachricht vorweg: Die arg banal und uninspiriert daherkommende Tanzflächensingle New Song ist glücklicherweise absolut kein adäquater Gradmesser für Heads Up. Dennoch kann das dritte Album von Warpaint nicht das bisherige Qualitätsniveau der kalifornischen Ausnahmeband halten.
Halbzeit geschafft. Wohl der ideale Moment um Erwartungshaltungen zumindest ansatzweise einzuholen. Auf Album Nummer 6 von 12 klingt Omar jedenfalls so, wie man sich seine 2016er Veröffentlichtlichungsserie vor - und eigentlich auch unmittelbar nach - Sworn Virgins ausgemalt hatte.
Der doch etwas ernüchternde Vorgänger Honor Found in Decay hat wohl nicht zuletzt Neurosis selbst vor Augen geführt, dass sie ihrem patentierten Postmetal noch einmal ordentlich Feuer unterm Hintern machen sollten, um auf ihre alten Tage nicht in der bequemen Postmetal-Komfortzone zu gemütlich nach Zahlen zu malen. Eine Lektion, die Fires Within Fires nun verinnerlicht hat.
Sorceress gelingt, woran Pale Communion noch so ernüchternd gescheitert war: Den mit Heritage eingeschlagenen Weg von Opeth als Tributband an den Prog der 70er nahtlos fortzusetzen, ohne sich in der Selbstzufriedenheit zu bequem zu machen.
"Also Ermittlungen in Shanghai wäre echt der bessere Titel gewesen." sagt Bass-Gigant Pogo McCartney und hat damit eventuell sogar recht. Das Drittwerk von Messer beobachtet die Aussenwelt schließlich nicht nur durch die Jalousie hindurch aus den eigenen vier Wänden heraus, sondern wandert weitschweifend umherziehend durch dessen geheimnisvolle Wirklichkeit.
Stage Four ist in erster Linie das Konzeptalbum, mit dem Jeremy Bolm Abschied von seiner Mutter nimmt. Darüber hinaus ist es aber auch das Werk einer Band geworden, für die Hardcore-Grenzen mittlerweile endgültig zu eng geworden sind - spätestens jetzt stehen Touché Amoré alle Türen offen.
Zehn Jahre nach No Love Lost können The Rifles auf Big Life mit noch so einer imposanten Menge an charmanten Indierock-Aufgüssen daherkommen - daran, dass man sich vor allem wegen ihres entwaffnenden Debüts an die Engländer erinnern wird, ändert mittlerweile auch ein Doppelabum mit 18 Songs nichts.










