Album
Hatebreed hat die knapp dreieinhalbjährige Plattenpause gut getan, den Fokus für das wesentliche in ihrem kompromisslos brutal-prolligen Bollo-Hardcore geschärft - spannend finden muss man die seit Jahren beste Platte der Amerikaner dennoch nicht (immer).
Aus dem Irrenhaus von 'Eternal Kingdom' und 'Eviga Riket' heraus denkt das schwedische Kollektiv Cult of Luna seinen monströsen Postmetal zurück in Fritz Lang's Metropolis. Die kühle Zukunftsutopie von 1927 spiegelt sich in einer markanten klanglichen und strukturellen Gewichtsverlagerung auf 'Vertikal' wider.
Den angekündigten sauberen Spagat zwischen den beiden Fanlagern macht 'Opposites' letztendlich nicht - könnte aber Anhänger der Prä-'Puzzles' Ära mit der von seit damals bedienten Stadion-Fraktion aussöhnen. Noch viel wichtiger: die größte kleine Rockband des Planeten hat die Schnappsidee "Doppelalbum" tatsächlich bravourös hinbekommen!
Nichts deutet auf dem zweiten Album des walisischen Trios an, dass sich The Joy Formidable für 'Wolf's Law' in die Einöde der Ländlichkeit begeben haben. Zeugnis davon, dass sie als Vorband von Muse Stadionluft schnuppern durften knallt hingegen stets mit ordentlich Wums aus den Boxen.
Die ewige Leier: warum nicht zu alten Platten greifen, den Originalen, sondern stattdessen zeitgenössische Bands hören, die augenscheinlich schlicht anachronistische Musik ohne essentielle Kniffe nachstellen? Foxygen sagen: weil man ansonsten zahlreiche geschmeidige Ohrwürmer und Hits verpassen würde.
Everything Everything bringen die PS ihres kunstvoll gewobenen Technik- Synthierock im zweiten Anlauf noch direkter - und trotz allem: sogar unprätentiöser! - auf den Boden, als dies vor zwei Jahren bereits auf 'Man Alive' gelungen war.
Jede Wette: Mariusz Duda bestellt sich alle Veröffentlichungen aus dem Haus von Steven Wilson blind, findet die Entwicklung von Opeth so fantastisch, dass er die mit Riverside am liebsten nachvollziehen würde und hat 'Storm Corrosion' mit den selben Freudentränen auf dem Plattenspieler rotieren sehen wie das endlich erschienene Dokument der einstweiligen Led Zeppelin-Reunion.
Paradox: Weil die aufgestockte Duo-Partnerschaft mit Chet "JR" White bei Girls niemals zu einer voll funktionsfähigen Band heranwachsen wollte, zog Christopher Owens letztes Jahr lieber gleich den Stecker - und versucht sich nun in der Selbstständigkeit.
Bad Religion haben einen Lauf - oder zumindest seit der Gurewitz-Heimkehr 2002 auf 'The Process of Belief' kein schwaches Album mehr aufgenommen. Trotz Werken wie 'The Empire Strikes First' oder 'The Dissent of Man' im Rückspiegel des zweiten Bandfrühlings kommt jedoch kein Druck auf - 'True North' gliedert sich ohne Mühen in die souveräne Veröffentlichungsreihe der Band ein.
“Die fetten Jahre sind vorbei!” Oder haben sie für die Dropkick Murphys gerade erst begonnen? Auf seinem achten Longplayer zelebriert das Septett über den Großteil der Laufzeit in erster Linie bierselige Gemütlichkeit und hat der Streetpunk-Kante von damals wohl endgültig entsagt.










