Album
Den aufsehenerregend-innovativen EP's der Einzelperson Lord Huron folgt das eklektisch bezaubernde Debütalbum der Band Lord Huron: plötzlich ist das so märchenhaft und unwirklich tänzelnder Folk, wie es das Cover aus 1001 Nacht suggeriert.
Als hätten Captain Planet ein Album aufgenommen, dass zwischen Tomte und Kettcar im knackigen Indierock gefinkelt aufgeht. Dass 'FRVR' dabei auf Zeitstrafe erscheint und im Grand Hotel Van Cleef zu haben ist, ist eben kein Zufall.
Es wird sicher einen guten Grund geben, warum Bill Murray sich derart gegen Ghostbusters III sperrt - und sei es nur wegen Der Pate, Jurassic Park, Matrix, Spiderman - oder all den unzähligen weiteren Beispielen, die vor Augen führen, dass Trilogien nicht immer die besten Ideen sind; und vor allem der letzte Teil in der Regel nicht unbedingt der beste Part der Reihe ist.
Schon paradox: wo der so gerne herbeizitierte Reduktion auf den vermeindlichen "Jesu-Klon" Iroha weiterhin klar unter Wert verkauft, schmeichelt die offensichtlichste Referenz auf Albumlänge dann aber doch wieder eine Spur zu sehr.
Wer immer schon wissen wollte, wie sich Morrissey als Leadsänger von The Jesus and Mary Chain machen würde, braucht sich nicht mehr in die Vergangenheit melancholisch-erhabener Paralellwelten zu träumen, sondern darf nunmehr schlicht dem anachronistischen Glücksfall 'Children of Desire' verfallen.
Ben Chatwin kommt auf seinem vierten Album unter dem Talvihorros-Banner dem Wunsch im Titel des eröffnenden 'Let There be Light' nicht nach: 'And it Was So' ist facettenreicher aber auch zielloser Ambient, der sich aus zahlreichen Nachbar-Genres speist und dabei die schweren Vorhänge gründlich zuzieht.
Eine Band bohrt den Finger in offenen Wunden: 'الشعب يريد إسقاط النظام ' löst Versprechen ein, welche Old Lines vor knapp einem Jahr mit der digital verschenkten Demo-EP gegeben hat - und stellt damit auch gleich neue in Aussicht.
Auch im dritten Jahr des konstanten Veröffentlichungsrausches überraschen die drei Norweger von An Autumn for Crippled Children mit Qualitätsware und kleinen Feinjustierungen an ihren atmosphärischen New-Wave/ Black Metal-Landschaften.
Die aktuell zwingendste Postpunk-Platte Deutschlands ist eigentlich die authentischste Punk-Platte seit langem, dabei meistens ziemlich anti, dunkel und tief verwurzelt in der Tradition großer Vorreiter von Ton Steine Scherben bis zu den jungen Fehlfarben.
'The Odds' sagt mit den Mitteln des Folk noch fromvollendeter als all seine Vorgänger ja zum "Post-Post-Hardcore". The Evens reklamieren hiermit endgültig einen Platz in der Reihe der rundum erhabenen Ian MacKaye-Bands für sich.










