Celestial Grave – Burial Ground Trance

von am 18. Juli 2016 in EP

Celestial Grave – Burial Ground Trance

Das deutsche Label Iron Bonehead beweist mal wieder den richtigen Riecher: Mit dem finnischen Black Metal-Duo Celestial Grave holt man sich jedenfalls einen weiteren potentiellen Hochklasse-Band in den Roster – soviel scheint jedenfalls bereits nach der schon so extrem vielversprechenden Demo-EP Burial Ground Trance klar.

Dabei spielen Celestial Grave hier an sich einen durchaus traditionell verankerten Black Metal, der seine rohen Sphären so melodieaffin wie ungeschönt produziert entfaltet. Das Ergebnis ist pur, finster und hypnotisch anziehend, „reverberates with seemingly endless death energy, their songs becoming paranormal manifestations of demonic possession, black magic, and necromancy„.
Stimmt so, mitten drinnen in all den finnischen Referenzen. Doch die eigentliche Stärke von Burial Ground Trance liegt weniger in dieser demonstrativ verinnerlichten Genre-Verbundenheit, als ganz klar im absolut feinen Songwriting des Duos, das sich über 3 Songs in 15 Minuten enorm vielschichtig präsentiert und allerhand erfrischende Geistesblitze durch seinen Kosmos ziehen lässt.

Nach einem atmosphärischem Evil Gate-Sample bolzt der Opener The Heartbeats Drum stark los, hinter der keifenden und beschwörend grollenden Vocals rumoren die Drums mit hetzender Energie, während die Gitarre eigentlich enorm catchy arbeitet. Am Ende ist The Heartbeats Drum trotzdem ein im Midtempo wütender Slo-Mo Brocken, der mit tollen Lead-Soli-Ansätzen heulend in die Nacht teufelt. Besonders grandios ist dabei, wie stufenlos Celestial Graves die Metamorphose der Nummer vorantreiben: Der Umschwung bekommt viel Raum und eint das synergetische Songwriting enorm homogen.
The Bearer Of Death beginnt perkussiv pulsierend, aus der Hexenküche röchelt es, plötzlich explodiert der Tanz zum wuchtigen Riffmonolithen. Selbst wenn die Gitarrenspuren eigentlich meist monoton den Linien folgen, ist das Ergebnis wegen der dynamischen Inszenierung rundherum nie eintönig. Die Ahnungen eines Solos ganz unten in der Produktion ist dann sogar regelrecht episch, das Gefühl schreit nach einem treibenden Hit. Nach und nach bremsen Celestial Grave das Inferno jedoch aus und blicken in dämonische Ambient-Klangwelten.

Was Burial Ground Trance so vielleicht an Originalität abgeht, macht die Platte anstandslos in Sachen Stimmung und Intensität wett, Celestial Grave fesseln einfach mit einer fast schon abgebrühten Eindringlichkeit. Vor dieser Formvollendung macht auch der abschließende Titelsong nicht halt: „Listen! The Children of the Night make their Music!„.
Die Wölfe heulen also und Celestial Grave rasen wieder dahin. Die Riffs sind konkret, die Band klingt weitläufig und kompakt, enorm mitreißend und fast unterkühlt fiebrig, daran ändern auch die eingestreuten Drone-Verschnaufpausen nichts. Dass man es hier erst einmal nur mit einer Demo zu tun hat, scheint angesichts der bereits aufgefahrenen Klasse fast schon absurd. Denn eben: Celestial Grave machen zwar wenig anders als viele Kollegen, aber einfach sehr vieles so verdammt spannender, hungriger, ambitionierter und besser – das Duo packt einen tatsächlich wie im Sturm, hypnotisiert und macht süchtig.
Also unbedingt auf dem Radar behalten. Oder Iron Bonehead einfach weiterhin blind vertrauen.

07

Vinyl LP via Iron Bonehead |

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