Kendrick Lamar – Meet the Grahams

von am 7. Mai 2024 in Single

Kendrick Lamar – Meet the Grahams

Knapp sechs Jahre nach The Story of Adidon – und nur 20 Minuten nach Family Matters (was die Behauptungen, Insider bei OVO zu haben, irgendwie unterstreichen könnte) – weitet Kendrick Lamar den Fokus der Kampfzone mit Drake aus: Meet the Grahams.

Dass Kendrick in den knapp sechseinhalb Minuten der Nummer, die vielleicht an sich nicht den genialen Level der besten Klassiker im Kanon von Mr. Duckworth erreichen, aber gewissermaßen unmittelbar ein ikonisches Momentum als einer der fiesesten Diss-Tracks ever entwickeln, und damit womöglich sogar einen legendären Platz in der jüngeren Geschichte der Rap-Geschichte einnehmen könnten, nun in die Fußstapfen von King Push tritt, und die vermeintliche Existenz eines bisher geheim gehaltenen Kindes – diesmal einer Tochter – von Aubrey Drake Graham verrät, ist keineswegs das größte inhaltliche Sprengmaterial hier: letztendlich stellt Lamar Drake, um es in aller Kürze zu fassen, unter anderem als moralisch verkommenen, misogynen Sexual Predator, Säufer und Menschenhändler dar, zeigt ihn auf eine Stufe mit Weinstein stehend und könnte damit – wahr oder nicht – durchaus das Bild (mit)prägen, dass die (digitale) Öffentlichkeit von Drake zumindest mittelfristig hat.

Wie er den Text von (dem von The Alchemist produzierten, in einem schon auch ermüdend repetitiv wiederholten Piano-Motiv wie eine unangenehm bedrängend, müde und abgekämpfte Abwärtsspirale als alptraumhafte Version einen Drake’esken Track atmosphärisch beklemmende) Meet the Parents dabei in Briefe an die namensgebende Familie von Graham – seinen Sohn Adonis und eben eine Tochter; an die Eltern Sandra und Dennis; sowie Drake selbst – anlegt, entwickelt durch gönnerhaft vorgetragene, unheimlich gemeine Lebens-Ratschläge eine unbarmherzige Brutalität, die an anderen Stellen durchaus interessant näher aufgedröselt wird, die abseits der Details aber ganz universell tatsächlich etwas Vernichtendes hat und letztendlich eine existentialistische Diagnose stellt, nach der vermeintlich alles gesagt ist: „Fuck a rap battle, this a long life battle with yourself“.
Im Kontext der Beef-Story bewertet und gemessen an dem, was Meet the Grahams ist und wie er in seiner Funktion als Diss funktioniert:

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