DIIV – Boiled Alive

von am 6. Januar 2026 in Livealbum

DIIV – Boiled Alive

Wohl vor allem, um sich vor den Aufnahmen zum Nachfolger gebührend von ihrem vierten Studioalbum zu verabschieden, unterstreichen DIIV mit dem Konzert(e)-Mitschnitt Boiled Alive (ALIIVE!) noch einmal, dass Frog in Boiling Water den bisherigen Band-Zenit im Schaffen der Brooklyner darstellt.

Von Chris Coady an den drei Tagen vom 24. bis 26. Mai 2025 im Teragram Ballroom von Los Angeles aufgenommen, klammern DIIV für den Soundtrack zum Konzertfilm Boiled Alive alle an den drei Tagen gespielten Songs von Oshin (2012), Is the Is Are (2016) und Deceiver (2019) aus, spendieren dem zur Gänze dargebrachten 2024er-Langspieler aber nicht nur elf Interludes (mehr oder minder allesamt skurril-parodistische Werbe-Einschaltungen für die bandgewordene Marketingmaschine von Zachary Cole Smith – die ohne die visuelle Ebene allerdings an Eindringlichkeit verlieren und den Spielfluß auf Tonträger gefühlt zu sehr ausbremsen), sondern auch das nachgereichte Highlight Return of Youth als abschließendes Schmankerl.

Der Sound des so rund eine Stunde Spielzeit einnehmenden Zusammenschnitts lässt praktisch keine Wünsche über, ist satt, dicht und pointiert, während die Tour-Atmosphäre  mit einem hier und da leise applaudierenden Publikum durchaus stimmungsvoll im fesselnden Ambiete aufblitzt.
Wie schon bei Live at The Murmrr Theatre liegt insofern die (immer noch der Covid-bedingten Konzertabsage der Wien-Show im März 2020 nachtrauernde) Vermutung nahe, dass Smith, Andrew Bailey, Colin Caulfield und Ben Newman auf der Bühne mit einem weicher verträumten Drive auf andere Weise womöglich noch faszinierender sind, als auf ihren Studio-Platten. Wie auch immer: Boiled Alive ist ein Start-Ziel-Sieg.

Print article

Kommentieren

Bitte Pflichtfelder ausfüllen