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Dirty Projectors – Ring Road

Dirty Projectors - Ring Road

Ring Road bereitet der (zudem aus Windows Open, Flight Tower, Super João und Earth Crisis bestehenden) fünfteiligen (auch als Gesamtpaket erhältlichen) EP-Reihe von Dirty Projectors ein gutes Finale.

Nachdem jedes bisheriges Kurzformat ein anderes Mitglied der Band – Maia Friedman, Felicia Douglass, Kristin Slipp beziehungsweise David Longstreth selbst – an den Lead-Vocals ins Rampenlicht setzte, soll Ring Road nun gewissermaßen als Gemeinschaftsarbeit das Geschehen zusammenfassen und jedem seinen Platz am Mikrofon bieten.
Durch die weitestgehend klassische Prägung des Songwritings fühlt sich diese Schließen des Kreises allerdings dann doch eher wie eine typische Dirty Projectors-Arbeit an – sprich: Bandkopf Longstreth in der nicht egoistischen Hauptrolle, die Damen als mitunter unbändig raffiniert-dominierende Begleiterinnen, die aus den harmonischen ausschmückenden Arrangements auch kurzerhand Hand in Hand nach vorne trillerten.

Por Qué No klettert so über einen vermeintlich umständlichen Rhythmus und seine warme Gitarren, der direkter ausgelegte Refrain fängt mit jubilierender Eingängigkeit der Stimmen auf und kennt über 103 Sekunden keinen leeren Meter. Searching Spirit stackst mit gedämpften Drums und schlingernden Saiten um seine Melodien, hat seinen besten Moment, wenn die liebenswürdige Single kurz weich zu tackern beginnt. So kann das Highlight No Studying geradezu straight und fast rockend auftreten, zumal der so sanft flüsternde Kontrast den wunderbaren Twist in progressiven Folk vollzieht. My Possession pluckert dann verspult als rasselndere Elektronik-Annäherung der Dirty Projectors an den R&B von James Blake vollzieht.

Was sich spätestens hier – und dabei noch mehr als auf den individueller geprägten Vorgänger-EPs – zeigt, ist, dass es eine gute Idee war, das vorhandene Material in der Dosis eines Kurzformates zu veröffentlichen: Im Kontext eines Albums hätte es schwerer gewogen, dass die vier herrlich kompakten, aber nebensächlichen Nummern ohne jede Gefahr eines Ausfalles eher ästhetisch hängen bleiben, als über ein besonders nachhaltiges Songwriting zu bestechen.
Trotzdem ist Ring Road versöhnlicher Abschluss eines Jahrganges, der der Lust an den Dirty Projectors nach der ernüchternden selbstbetitelten Platte sowie Lamp Lit Prose eine erfreuliche Frischzellenkur verpassen konnte.

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