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Ethan P. Flynn & Black Country, New Road – Television Show

Black Country, New Road sind neben Squid und Black Midi wohl die drei bisherigen großen Gewinnern des Musikjahres 2021, schwänken das Spotlight jedoch ohne Futterneid bereits auf andere Kollegen der Windmill Brixton-Szene weiter: Als Backingband von Ethan P. Flynn hat man dessen Song Television Show neu aufgenommen.

Auf B​-​Sides & Rarities: Volume 1 von 2019 war die Nummer noch ein relativ elektronisch a la Everything Everything gehaltenes, im psychedelisch dösenden Wellengang schunkelndes Kleinod. Im Verbund mit dem befreundeten Kollektiv setzt der Londoner Ethan P. Flynn den Song jedoch vollkommen anders um: „We wrote the new section on the rehearsal day then tracked the thing completely live the day after. The rest is history.
Jazzig verträumt schippert der bläserne Einstieg da in den weich lauernden, erst immer nur in kurzen Schüben elektrifiziert aufstrebenden Art-Postrock. Flynn klingt wie ein singender Isaac Wood – oder eine abgekämpfte Variante von Wolf Parade-Mann Spencer Krug – während die Band hinter ihm im melancholischen, nachdenklichen, romantischen Schwelgen und sanft aufwiegelnden Amplitudenverlauf brutzelt.
Zur Mitte hin nimmt die Nummer an Fahrt auf, steigert sich fiebriger zur Ahnung von überschwänglicher jubilierendem Tempo und Extase, die tollen Melodien werden dringlicher aufgekocht. Doch die beiden Parteien gehen einfach nicht den letzten manischen Meter. Die Dinge bleiben zu kontrolliert, fast schaumgebremst. Zumindest ist das nicht die unbedingt ergreifende, überwältigende Katharsis und der Exzess im Klimax, der in diesem Kontext anvisiert und möglich gewesen wäre, bevor Television Show den Rahmen wieder bedächtiger schließt – nicht sein volles Potential erfüllend, aber gefühlt als mindestens zweitbester Black Country, New Road-Song, weil das grundlegende Songwriting einfach stark trägt. Oder wie die Band sagt: „Ethan is one of the best song writers in the world and is an awesome guy. We’ve known him for a few years and it’s been a privilege to work with him. We’re all fans of his work and know he’ll go on to do many more great things. Birdsong remains.

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