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Ghost Bath - Moonlover - HeavyPop.at

Ghost Bath – Moonlover

von am 27. Juli 2015 in Album

Ghost Bath – Moonlover

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Auch wenn dies alleine ‚Moonlover‚ nicht automatisch zu einem schwachen Album macht: Wenige Monate bevor Deafheaven ihr heiß erwartetes Drittwerk vorlegen, liefern Ghost Bath all jenen Gegnern der gehypten Blackgaze-Welle wohl das ultimative Kanonenfutter.

Um gleich vorweg mit einigen Irrtümern aufzuräumen: Ghost Bath verstehen ihre einzelnen Mitglieder untern dem Banner 无名 (aka Nameless) zwar als Einheit, sind allerdings ein Quartett rund um Dennis Mikula, das, entgegen anders lautender Gerüchte, nicht aus Chongqing, China, sondern aus Minot, North Dakota stammt. Ein geschickter PR-Coup, der der selbstbetitelten EP und dem Debütalbum ‚Funeral‚ (beide noch via Bandcamp nach Name Your Price-Prinzip erhältlich) aus dem Windschatten von Deafheaven kommend eine breitere Hype-Aufmerksamkeit zusicherte.
Spätestens mit dem Verlust jeglicher vermeintlicher geographischen Exotik (welche die Musik von Ghost Bath an sich ohnedies nie transportierte, aber sei es drum – ein kosmopolitischer Funke bleibt zumindest bestehen, veröffentlicht doch nun anstelle des chinesischen Labels Pest Productions das deutsche Northern Silence Productions) spielen alle derartigen marketingtechnischen Kniffe allerdings ohnedies keine Rolle mehr und ‚Moonlover‚ muss für sich selbst sprechen.

Gerade hier liegt allerdings weiterhin das Problem des Quartetts, operiert man doch entlang zahlreicher Referenzpunkte am Blackgaze weitestgehend ohne eigene Handschrift, schwimmt dafür aber (selbst ungeachtet solch indirekt Tribut zollender Songtitel wie ‚Happyhouse‚ und ‚Beneath the Shade Tree‚) mit viel Tremoloeinsatz und depressiver Grundausrichtung weiterhin ziemlich offenkundig im Fahrwasser von ‚Sunbather‚, nährt die ambienten Passagen der Platten aus dem Schaffen von Lantlôs, Neige oder Alcest, und liebäugelt in den Melodieführungen der Songs inkonsequent mit Versatzstücken aus dem Metalcore. Gravierender als die Art und Weise, wie Ghost Bath die Nähe zu ihren Idolen und Szenegrößen forcieren, ist dabei weiterhin, dass Mikula und seine Kumpanen – trotz des unbestreitbar vorhandenen Potentials – songwritertechnisch schlicht an den sich ergebenen Möglichkeiten  scheitern sie zu viele gute Einzelideen zu keinem gelungenen Ganzen verbinden können und mit ihren Ambitionen einfach  nicht zielgerichtet umzugehen wissen, indem sie gar zu verkrampft auftreten: Ein Album als klassischer Fall von trying to hard.

Das eröffnende ‚The Sleeping Fields‚ steht im Kontext so etwa ziellos in Raum und wirkt für sich alleine genommen sogar regelrecht dilettantisch simpel an der Oberfläche gestrickt, ‚Happyhouse‚ lässt seine Blastbeats und rasenden Gitarren nicht intuitiv wachsen, sondern fühlt sich an wie am Reißbrett zusammengebaut. Die atmosphärisch zurückgenommene Mittelteil der Platte um ‚Beneath the Shade Tree‚ und die Field Recording-Geisterstunde ‚The Silver Flower pt. 1‚ vermittelt zwar für kurze Zeit eine schaurige Intensität, plätschert allerdings doch recht schnell ohne die nötige Intensität oder Spannung erzeugen zu können, Ghost Bath entfalten einen eindringlich gedachten Schleier, gehen aber einfach nicht unter die Haut. ‚Golden Number‚ arbeitet sich davor sogar enorm vielversprechend zu einem wahrlich majestätischen Mittelteil empor, der für einen kurzen Moment gar erahnen lässt, wie ‚El Cielo‚ als Black Metal Platte klingen hätte können. Der folgende Appendix aus drangepappten Klavieroutro ist dann aber so anmutig wie unmotiviert aus dem Nichts kommend und diesbezüglich ein Sinnbild für viele Elemente und die Kohärenz der Platte.

Vermutlich könnte man bis zu einem gewissen Grat über derartige Unausgegorenheiten sogar hinwegblicken, weil Ghost Bath vor allem dann ein immanentes Feeling für weitläufig aufgetürmte Augenblicke unter Beweis stellen, wenn es gilt atmosphärische, große Szenarien kreieren zu können. Beispielsweise, wenn sie sich, wie im an sich wunderbaren, aber letztendlich gar zu holprig zu Ende gebrachten ‚The Silver Flower pt. 2‚ aus einer stadionaffinen Rockigkeit zurücknehmen, um der Schönheit von Postrock- und Shoegaze-Versatzstücken inmitten all der harschen Aggressivität mehr Raum zu lassen. Aber selbst dann klingen Mikulas wohl verzweifelt gemeinte Vocals in ihrem erzwungen hysterischen Hall-Gekreische derartig übermütig überzeichnet, dass Ghost Bath schon beinahe zur Karikatur eines Hypes verkommen, während das variabel kloppende Schlagzeugspiel so steril ausproduziert daherkommt, wie eine Techdemo aus der nächstbesten Drummaschine und damit wie auch das zu oft nur eindimensional wirkende Gitarrenspiel einen Gutteil der Stimmung untergräbt.
Weniger wegen des unheimlich ästhetischen Artworks, als wegen der vielen im Ansatz spannend gelungenen Momente (wie auch dem abschließenden, behelfsmäßig verschweißten Leviathan ‚Death and the Maiden‚), die inmitten einer bemühten Talentprobe erahnen lassen, wozu das Quartett theoretisch fähig sein könnte, dürfte es sich für Genrefans jedoch durchaus lohnen die Band im Auge zu behalten. Nicht nur bis ‚New Bermuda.

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