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Khruangbin & Leon Bridges – Texas Moon

Die erste Zusammenarbeit Texas Sun war rund um den alles überstrahlenden Instant-Hits seines Titelsongs vielleicht spektakulärer und griffiger – das regelrecht unscheinbare Texas Moon erweist sich allerdings nach anfänglicher Unterwältigung als wirklich sehr feiner Konterpart und würdiger Nachfolger der tollen EP von 2020.

Introspektiver, gedrosselter und ruhiger, ja generell weitaus atmosphärischer schwelgend, ist Texas Sun als Ganzes kohärenter als sein Vorgänger, homogen ausgerichtet und in sich geschlossen, seine konträre Position zum relaxt schwitzenden Sonnenschein von Texas Sun in die milden Nachtstunden verschiebend.
Doris bleibt dafür als sanft streichelnder, psychedelischer Downbeat-Soul in Zeitlupen-Trance exemplarisch nur über seinen somnambul wiederkehrenden Titel als Hook hängen, während sich das Drumherum ätherisch schleichend zur tiefenentspannten Lethargie bewegt. Selbst das ausnahmsweise beschwingter auftretende B-Side, quasi der einzige Upbeat-Ansatz der Platte, gibt sich betont unaufgeregt und zwanglos, lässt seine Konturen vage in der Stimmung transzendieren.

Der wunderbare R&B von Chocolate Hills erinnert heimlich an Anderson.Paak, bleibt dösend-verträumt jedoch ebenso primär ästhetisch hängen, wie das elegisch plätschernde Father Father: Die Wirkungsweise der Musik ist absolut angenehm, wiewohl die Melodien vor dem inneren Augen verschwimmen, flüchtig bleiben. Khruangbin zeichnen als Klangmaler imaginative Bilder, Bridges setzt sein Organ wie ein Instrument ein – gemeinsam erschaffen sie puren Eskapismus.
Mariella ist als Highlight der Platte so eine nostalgisch nachhallende Symbiose aus körperloser Melancholie und niemals greifbarer Aufbruchstimmung. Die fast postrockigen, weitschweifenden und kompakt stehenden Texturen der instrumentalen Sektion schaffen eine unglaublich sehnsüchtige Tiefe und eine ideale Bühne für den vor diesem Hintergrund wieder so subversiv, unaufdringlich und songdienlich agierenden Bridges. Wie verdammt gut diese zwei Parteien (in der Synergie über dem Niveau ihrer Solo-Werke agierend) zusammenpassen, ist mit Texas Moon jedenfalls wieder eindrucksvoll bewiesen.

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