Neolithic – Cult of Ignorance

von am 11. April 2018 in EP

Neolithic – Cult of Ignorance

Ohne die Ablenkung durch Martyrdöd verdeutlichen Neolithic auf Cult of Ignorance noch einmal vertiefend, womit im Haushalt der Szene-Allstar-Kombo aus Baltimore zu rechnen ist: Nihilistischer Death Metal mit latenter 90er- Aggressivität brütet hier in einer Melange aus schwarzem Crust und giftigem Hardcore.

Womit Neolithic den Weg der gemeinsamen Split mit den Schweden über knapp acht schonungslos fokussierte Minuten konsequent fortsetzen – ergo: auch restlos gravierende Überraschungen aussparen. Was im Fall von Cult of Ignorance allerdings nicht als Nachteil zu verstehen ist (und unter dem Elektronenmikroskop betrachtet auch nicht bedeuten muss, dass sich entwicklungstechnisch nichts getan hat). Zu allererst konkretisiert die knappe EP jedoch vordergründig das Bild, dass die Deep Six-Band bereits von sich gezeichnet hat.
Immer noch malträtiert das Quintett mit enorm druckvollem Sound, verdichtet martialische Drums und assig sägende Gitarren-Horden rund um das kehlige Gebrüll von Evan Harting, kocht sein hybrides Sound-Amalgam im unerbittlich antreibenden Winschatten von Helden wie Napalm Death und Brutal Truth beklemmend und herrlich dreckig zwischen den bisherigen Spielwiesen aller Beteiligten Musiker.

Unverändert bleibt dabei auch, dass Neolithic die Effizienz ihres fiesen Gebräus weniger aus melodischen Hooks ziehen, als vielmehr aus der erzeugten Atmosphäre und der schieren Angepisstheit der Performance leben.
Nachdem das röchellnde Blinded also im harschen D-Beat losbollert und bis zu seinem heulenden Solo durchaus Umwege geht, lassen sich jedoch im Detail dann doch durchaus emanzipatorische Evolutions-Anzeichen erkennen: Die dynamische Bandbreite wächst, während das bis zur Hyperventilation antauchende Rapacity in der Gitarrenarbeit beinahe episch riffende Tendenzen erkennen lässt, und der abschließende Titelsong gar einen majestätisch böse in die Breite gehenden Soundteppich unter dem punkigen Geschwindigkeitsrausch andeutet.
Kurzum: Cult of Ignorance ist noch nicht der Schritt zum nächsten Level, macht in seiner vielversprechenden Kompaktheit allerdings ansatzlos um das Quäntchen hungriger auf das Langspieler-Debüt, als es die Split mit Martyrdöd bereits tat. Neolithic könnten da tatsächlich auch ohne restlos originäre Handschrift einen bestialischen Genre-Reißwolf provozieren.

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