██████ – Demo

von am 3. Februar 2014 in EP

██████ – Demo

Dass sich Black Metal wunderbar mit allen möglichen Spielarten von Shoegaze über Ambient und Screamo bis hin Postrock und Metal verbinden lässt weiß man auch in Tschechien nur zu gut: das Quintett mit dem aufsehenerregenden Nicht-Namen gibt hier im Fahrwasser von Deafheaven‘s ‚Sunbather‚ eine erste Kostprobe ihres Talents.

Zugegeben: in ihren schwächeren Momenten hinterlassen die vier ersten Songs der effekthascherisch betitelten ██████ (behelfsmäßig auch offiziell Black Strip oder Nic – „nichts“ – genannt: wer nicht lange suchen möchte findet die Band auf Facebook, ihrer Homepage und Bandcamp) durchaus den Eindruck auf eine Trendwelle aufspringen zu wollen, indem die Kombo den aktuell so angesagten Blackgaze – oder Blackened Shoegaze, Post-Black Metal: behelfsmäßige Schubladenbezeichnungen eben – spielt, der vor allem im atmosphärisch beginnenden ‚I‚ und dem am deutlichsten am Hardcore geschulten ‚II‚ neben (monotonen) Screamo-Keifgesang, hastigen Blastbeats und dunkel jubilierenden Hummelgitarren nicht so recht aus dem Schatten der übermächtigen Szenvorstände wie Deafheaven oder Woods of Desolation hervortreten kann. Das kennt man eben von anderswo bereits in besser, spannender, größer, höhepunktsreicher, spektakulärer,….

Spätestens mit ‚III‚ aber – einem langsam an Fahrt aufnehmenden, in der Breite liegenden Song – beweisen ██████ dass sie das Rad nicht zwangsläufig neu erfinden müssen, um zu wissen wie man es unterhaltsam dreht: drei Gitarren hyperventilieren im produktionstechnisch dünnen Sound, reiben sich bis zur Ekstase auf. Ebenso gut gelingt dann ‚IV‚, dass sich an einem am Post-Hardcore anschwellenden Postrock aufbaut und weitestgehend instrumental gehalten der Versuchung widersteht, die Spannungskurve in allzu typischer und uninspirierter Black Metal-Raserei aufzulösen und sich stattdessen auf das lose Umgarnen von Melodieansätzen konzentriert.
Auch hier gelingt es ██████ zwar nicht ihre Ambitionen in rundherum zwingende und fokussierte Songs zu verpacken, sich von einer zerrütteten Schablonenhaftigkeit zu lösen, weil man zu wenig koordiniert zwischen Interessen pendelt und Alleinstellungsmerkmale noch vermissen lässt – aber: das hier ist eine Demo-EP, da soll es einer Band ruhig gestattet sein sich noch nicht vollends gefunden zu haben, ihren Stil erst verfeinern zu müssen – weswegen auch die Bewertungsschrauben nicht so eng sitzen müssen. Vielversprechend ist das alles hier bereits allemal. Da können Puristen und die Szenepolizei beim Anblick der Band noch so laut aufschreien.

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