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Abseits all der anderen aufgefahrene Stärken ist die vielleicht größte Tugend von Bandvorstand Mike Scheidt, seinen tonnenschweren Doomgebilden in jedem Anlauf mit neuen Ansätzen zu begegnen, sein Songwriting mit variierenden Umgebungen zu konfrontieren, hungrig zu bleiben und jeder Yob-Platte neue Facetten abzuverlangen.
Bereits jetzt lässt sich sagen: 2014 wird als gelungenes Jahr in die Annalen des Doom eingehen. Dafür sorgen alleine The Wounded Kings, Conan oder die ohnedies unfehlbaren YOB. Dass die Genrekrone Little Rock, Arkansas allerdings überhaupt erst verlassen wird bleibt zu bezweifeln. Denn die vermeintliche Bürde ihres überragenden Debüt-Geniestreichs schultern Pallbearer kurzerhand mit einem beinahe ebenbürdigen Nachfoger.
Das es die Melvins seit jeher so originell wie überzeugend verstehen sich die Songs anderer Künstler einzuverleiben, davon haben sie schon das eine oder andere Lied von The Who oder Kiss gesungen. Auf 'Everybody Loves Sausage' legen sie dieses Talent konsequent mit der Verneigung vor ihren musikalischen Vorbildern zusammen. Nicht nur aufgrund prall gefüllten Gästeliste ein gelungener Tribut.
Aus dem Irrenhaus von 'Eternal Kingdom' und 'Eviga Riket' heraus denkt das schwedische Kollektiv Cult of Luna seinen monströsen Postmetal zurück in Fritz Lang's Metropolis. Die kühle Zukunftsutopie von 1927 spiegelt sich in einer markanten klanglichen und strukturellen Gewichtsverlagerung auf 'Vertikal' wider.
Converge-Brüllwürfel Jacob Bannon und Chelsea Wolfe Schlagzeuger Ben Chisholm toben sich abseits ihrer Stammbands in beunruhigender, intensivere und intimer Atmosphäre aus.
Man muss den Albumtitel nicht verstehen, um zu wissen, was man serviert bekommt: echte Überraschungen bleiben auf dem siebten Deftones-Langspieler zwar aus - ein schwaches Album werden die Kalifornier in diesem Leben aber wohl auch nicht mehr zustande bringen.
Was haben Fiona Apple, DMX, Neurosis und Pig Destroyer gemeinsam? Auf den ersten Blick natürlich nichts und auch auf den zweiten abseits ihres Musikerdasein wenig, aber richtig: 2012 haben sie alle – oder werden zumindest noch - nach zumindest einem halben Jahrzehnt Wartezeit wieder neue Alben veröffentlicht. Und natürlich, die Zeit, in der Musiker mehrere Veröffentlichungen pro Jahr hatten, ist spätestens seit den 80ern bis auf wenige Ausnahmen ohnedies vorbei - manch eine Veröffentlichung lässt trotzdem verdammt viel Zeit.
Auch wenn Scott Kelly seine Erfüllungsgehilfen auf Solopfaden mittlerweile zum Band-Appendix im Titel erhebt, ändert das wenig an den etablierten Gegebenheiten: die Neurosis-Legende spielt auch ihrem dritten Quasi-Alleingang tiefdunklen Knochenblues auf der Westerngitarre.










