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Kann man zu sehr nach Animal Collective und MGMT klingen? Ben Allen hat jedenfalls bereits als Produzent für erstere sowie weitere namhafte Indiegrößen ala Deerhunter gearbeitet und prägt mit seinem Kaleidoskop-artigem Psychedelik-Sound nun auch das zweite Album von Trevor Powers alias Youth Lagoon maßgeblich.
Eine feine Sache, was dieser Sonntagabend da parat hält: die spielfreudigen Robotra und das deutsche Quartett Messer für gerade einmal 7 Euronen - das malträtiert zwar die Trommelfelle ungemein, freut aber gleichzeitig die Geldbörse. Geht es mit rechten Dingen zu, wird man die Band aus Münster zudem ohnedies nicht mehr so bald in derart beschaulicher Kulisse erleben.
Die schlechte Nachricht vorweg: den Wahlwienern gelingt es knappe 8 Monate nach dem vielversprechenden Debütalbum 'Prometheus Run' abermals nicht, ihre fesselnde Live-Energie im Studio adäquat auf Tonträger zu bannen. Weil Likewise hierzulande aber längst kaum eine andere Band in Sachen Folkrock das Wasser reichen kann, fällt wegen solcher Bagatellen bei derartigen Songs niemandem ein Stein aus der Krone.
Dass das 15. Studiowerk seiner altehrwürdigen Institution klingen würde wie kein je zuvor von ihm aufgenommenes Album versprach Nick Cave im Vorfeld von 'Push the Sky Away'. Nun weiß man: keine leere Floskel, sondern ein Versprechen. Die Bad Seeds denken 30 Jahre nach ihrer Gründung an Ruhe aber nicht den Ruhestand.
Zu behaupten, die Kopenhagener Postpunk/Punkrock-Kombo Iceage hätten für ihren zweiten Langspieler ihre herzliche Seite gefunden ginge viel zu weit- darauf käme alleine aufgrund des Albumtitels aber wohl ohnedies kaum jemand.
Wie nahe die Freude an guter Musik, der abgrundtiefe Ärger über deren physische Verfügbarkeit und den resultierenden Preiswucher auf Ebay und Co. liegen können führen Andy Hull samt seinem Manchester Orchestra und zwei befreundeten Bands vor.
Dave Heumann befreit den dichten Americana-Folk seiner Band phasenweise zumindest ein klein wenig von der relativen Härte seines Vorgängers 'The Gathering', gewichtet die gebliebene Schwere und Intensität auf der melancholischen Lagerfeuerseite Arbouretum's. Alles beim alten also.
Harmful überraschen einmal mehr mit der konstanten Qualität ihres trendresistenten Noiserock. Auch Dank des neuen Line-Up sprudelt 'Sick and Tired of Being Sick and Tired' nun vor Spielfreude regelrecht über, gemäß: einfach mal machen und im Rausch der eigenen Spontanität alles niederreißen.
Was tun, wenn man J Mascis Wirken quasi mit dem Grundwasser aufgesogen hat, aber trotzdem lieber Powerpop hört, obwohl man Punkrocker ist und im Herzen Sludge-Metal schlägt? California X wissen es auch nicht so genau - machen aber ganz einfach mal!


![Messer, Robotra [03.03.2013 Venster 99, Wien] Messer, Robotra [03.03.2013 Venster 99, Wien]](https://i0.wp.com/www.heavypop.at/wp-content/uploads/2013/03/Messer-Live-2.jpg?resize=205%2C191&ssl=1)







