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Ärzte Konzerte sind immer einen Besuch wert - selbst, wenn das jeweilig aktuelle Album der Berliner nicht ihr bestes sein sollte. So nachzuhören im direkten Vergleich auf dem zwölten Studioalbums 'Auch' und der in Graz halt machenden, hier nicht dem Muster der Männlein/Weiblein Aufteilung der mehrmals bespielten Auftrittsorte folgenden - vorerst letzten gemeinsamen (?) - Tour: "DAS ENDE ist noch nicht vorbei".
Maxïmo Park und The National Health, das hat ein bisschen was von hip ausgestatteter Wursttheke und einladend aufbereitetem Gammelfleisch - ändert aber auch nichts daran, dass die fünf Engländer auch in der vierten Auflage schmackhafte Indierockkost servieren.
Charles Rowell und Brandon Welchez schleifen mit neuen Erfüllungsgehilfen ihre abgedunkelten Reverb-Rocksongs in den sommerlichen Park. Abgehangen wird dort trotzdem mit schweren Lederjacken und dicken Motorradboots, die Sonnenbrillen werden auch getragen, wenn mal Wolken aufziehen.
Nicht erst der Vorgänger 'Admiral Fell Promises' hat die Frage aufgeworfen, wo die Trennlinie zwischen Mark Kozelek als Solomusiker und seinem Bandprojekt Sun Kil Moon verläuft. Das fünfte Studioalbum der theoretischen Red House Painters Nachfolgegruppierung umgeht diese Thematik, indem plötzlich eine nicht geringe Prise persönlicher Humor mit im Spiel ist.
Zehn Jahre nach dem Debütalbum spielen The Walkmen ihren ureigenen, originär qualitätskonstanten Indierock immer noch und immer wieder nahe der Perfektion. Auf Album Nummer Sieben weht dennoch frischer Wind durch das kauzige Rumpelkammersammelsurium.
Verweigerungshaltung auf isländisch: Sigur Rós setzen dort an, wo sie vor gut einem Jahrzehnt die Abzweigung vom Ambient weg Richtung ansatzweiser Konventionalität genommen haben. Ihr sechstes Studioalbum ist so eine subtile Soundlandschaft geworden, in der man sich verlieren kann - man frage nur Orri Páll Dýrason!
El Producto Jaime Meline findet keine Ruhe: Fünf Jahre nach 'I'll Sleep When You're Dead' kotzt der geladene Aggressor zwölf abgründige Zukunftsvisionen von düster-zeitlosem Noir-Hip Hop aus.
Acht Jahre und einen Bandsplit später gelingt Hot Water Music der beinahe nahtlose Anschluß an alte Stärken mit einer neu gefundenen Selbstverständlichkeit. 'Exister' ist weitestgehend die erhoffte triumphale Rückkehr geworden und hat nur eine Schwäche: es ist eine allzu aufdringliche Hitpalette geworden.

![Die Ärzte [13.06.2012 Stadthalle, Graz] Die Ärzte [13.06.2012 Stadthalle, Graz]](https://i0.wp.com/www.heavypop.at/wp-content/uploads/2012/06/Die-%C3%84rzte-Live-e1339755839479.jpg?resize=205%2C200&ssl=1)








