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Ein adäquater Tribut an die Jamrock-Legende um John Garcia schreit förmlich nach weit streunenden Songs, nach Länge und einer generell ausufernden Verneigung. Wie erschöpfend die Dessner-Brüder nun aber ihre seit Jahren angekündigte Grateful Dead-Songsammlung vollenden, sprengt dann doch - willkommernerweise - jeden Rahmen.
Caspar Hesselager und Carl Coleman produzieren unter dem Banner Palace Winter als dänisch/australisches Doppel im Windschatten angesagter Szenegrößen freiheitsliebend in die Weite gehenden Indierock ohne Grenzen am Horizont.
Dass Hidden by the Grapes seit I'm Sorry Tschem bereits drei lange Jahre verstreichen haben lassen, ist kein Grund zur Sorge: Man tobt sich aktuell eben nur mit neuem Frontmann als Haunted by the Remote auf einer anderen Spielwiese aus.
Während David Lynch und sein ausufernder Cast auf die dritte Staffel von Twin Peaks bis 2017 warten lassen, verneigen sich Jamie Stewart und die Seinen pünktlich zum 25. Jahrestag vor der Ausnahmeserie und deren stilprägendem Soundtrack. Xiu Xiu Plays the Music of Twin Peaks.
Drei neue Songs als Rekapitulation, Standpunktverortung und Weichenstellung: Mit ihrer ersten EP seit 2001 und dem Neubeginn auf Cult öffnen The Strokes jeweils ein Fenster zur bandeigenen Future Present Past.
Die prolongierte Rückkehr zur alten Stärke bedeutet für Richard Ashcroft im Fall von These People ein gediegenes Plätschern in der angenehmen, selbstreferentiellen Wohlfühlzone des mit Konserven-Streichern zugekleisterten Midtempo-Britrock - vereinzelte, das Gesamtbild trübende Geschmacksverirrungen nicht ausgeschlossen.
His Bobness ändert den stimmungstechnischen Grundton zwar dezent und geht weniger in die Tiefe, führt die mit Shadows in the Night begonnene Songbook-Verneigung auf Fallen Angels jedoch nahtlos fort: 12 tief in der amerikanischen Kultur verankerte Coversongs aus der Feder von Johnny Mercer, Harold Arlen, Sammy Cahn oder Carolyn Leigh, von denen sich 11 auf Frank Sinatra als gemeinsamen Nenner und bisher populärsten Interpreten einigen können.
Die Leiden des jungen James Blake, Teil 3: Wo der kühle Elektro-Soul seiner ersten beiden stilbildenden Studioalben durchaus auch aufgrund all der Räume faszinierte, die der heute 28 Jährige Brite in seinem minimalistischen Songwriting offen ließ, füllt das soundtechnisch reifere The Colour in Anything diese Flächen nun erstaunlich schlüssig mit mehr Dichte und flirtet mit einer verinnerlichten Formvollendung - setzt dabei aber auch eine gehörige Menge Ballast an.
Nicht, dass ihr drittes Studioalbum tatsächlich ohne Dunkelheit auskommen würde. Aber mit der Rückkehr des Manchester Orchester-Doppels Andy Hull und Robert McDowell neben dem langjährigen gemeinsamen Kumpel Brad Fisher auf den Produzentenstuhl lüftet sich die erschlagend dichte Heavyness des Vorgängers Disillusion auf Endless Light doch eklatant.
Die längste Plattenpause ihrer Karriere hat PJ Harvey nicht gemütlich werden lassen. Dennoch gönnt sie sich mit dem mutimedial veranlagten The Hope Six Demolition Project die Freiheit, vordergründig den Brennpunkt des unwerfenden Let England Shake auf einer stilistisch breiteren und sozialpolitisch globaleren Ebene weiterzudenken.










