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Lange hat es gedauert, bis das aus Sufjan Stevens, Klassik-Arrangeur Nico Muhly, Teilzeit-Klassik-Komponist und The National-Gitarrist Bryce Dessner sowie Neo-Drummer James McAlister bestehende Quartett sein Konzeptwerk über unser Sonensystem auf Tonträger gebannt hat.
Pop im slicken Tron-Look: Die unwahrscheinliche Supergroup Dreamcar entfaltet ihren Sound nicht unbedingt zwischen den stilistischen Polen von No Doubt und AFI, klingt dann aber doch wie der logische gemeinsame Nenner der beiden hierfür die Mitglieder stiftenden Szenebands.
Man muss kein Zyniker sein, um anerkennen zu müssen, dass die Trennung von Mandy Moore Ryan Adams zu einem neuerlichen kreativen Höhenflug verholfen hat. Weswegen es natürlich umso erfreulicher ist, dass der B-Seiten-Appendix des wenige Monate alten Prisoner nun in digitaler Form auch der Allgemeinheit zugänglich gemacht wird.
Mit dem regelrecht klassisch veranlagten Ketzbrocken (sic!) Trumpeting Ecstasy steht das Grind-Quartett aus Maryland nur augenscheinlich auf eigenen Beinen - speit hinter der wieder deutlicher seine Kernkompetenzen fokussierenden Ausrichtung aber gerade deswegen das bisher stärkste Album des überquellenden Full of Hell-Katalogs aus.
Wo This is All Yours die Entscheidungsfrage zwischen Pusher und Puller stellte, würde sich Relaxer nun gerne für den Drifter entscheiden: Alt-J lassen sich mal im Autopilot treiben und erforschen dann wieder meditativ gelöste Detailansichten neuer Perspektiven - scheitern aber vor allem durch den seltenen Einsatz der Brechstange an einem so stimmungsvollen wie zerfahrenen Drittwerk.
Ein Schaulaufen großer Klasse: Mit einer grandiosen Band im Rücken sowie einer Wagenladung unsterblicher Hits vor Augen begeistert Roxy Music-Boss Bryan Ferry im Grazer Stefaniensaal.
Paul Weller hält das hohe Niveau des direkten Vorgängers Saturns Pattern mühelos - mindestens: A Kind Revolution ist vielleicht keine Revolution für den 59 Jährigen, aber eines der feinsten Ergänzungsstücke einer furiosen Karriere und zudem souverän-abwechslungsreiches Zeugnis der Zeitlosigkeit des Modfathers.
Man kann mit Kanonen auf Spatzen schießen und dem Wendehals One More Light sicherlich vieles vorwerfen - eine mangelnde Anpassungsfähigkeit der Massenmarkbediener Linkin Park gehört freilich kaum dazu. Den Paradigmenwechsel in den seichten Hochglanz-Pop vollzieht das kalifornische Sextett schließlich ohne jedes Schamgefühl oder Berührungsängste.
Die knapp sechs verstrichenen Jahre seit Despond nutzt Horizonless weniger für zusätzliche Evolutionsschritte, als vielmehr für eine neuerliche Intensivkur mit mehr Facetten in der Perspektive. Das Niveau ihres überragenden Debütalbums können Loss damit dennoch nicht unbedingt toppen - mit nur einem Mindestmaß an Interesse für malträtierenden Funeral Doom führt 2017 allerdings kein Weg am Zweitwerk des Quartetts aus Nashville vorbei.
Nach der so ernüchternden Young Death / Nightmarked-EP am Ende des Vorjahres findet William Emmanuel Bevan zu einer neuen Form der Konsistenz zurück, wirft nun aber auch mit Subtemple mehr Fragen auf, als er beantwortet. Quo Vadis, Burial?






![Bryan Ferry, Judith Owen [01.06.2017: Stefaniensaal, Graz] Bryan Ferry, Judith Owen [01.06.2017: Stefaniensaal, Graz]](https://i0.wp.com/www.heavypop.at/wp-content/uploads/2017/06/Bryan-Ferry-Live-2-e1497286330122.jpg?resize=205%2C205&ssl=1)



