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Mit dem regelrecht klassisch veranlagten Ketzbrocken (sic!) Trumpeting Ecstasy steht das Grind-Quartett aus Maryland nur augenscheinlich auf eigenen Beinen - speit hinter der wieder deutlicher seine Kernkompetenzen fokussierenden Ausrichtung aber gerade deswegen das bisher stärkste Album des überquellenden Full of Hell-Katalogs aus.
Wo This is All Yours die Entscheidungsfrage zwischen Pusher und Puller stellte, würde sich Relaxer nun gerne für den Drifter entscheiden: Alt-J lassen sich mal im Autopilot treiben und erforschen dann wieder meditativ gelöste Detailansichten neuer Perspektiven - scheitern aber vor allem durch den seltenen Einsatz der Brechstange an einem so stimmungsvollen wie zerfahrenen Drittwerk.
Ein Schaulaufen großer Klasse: Mit einer grandiosen Band im Rücken sowie einer Wagenladung unsterblicher Hits vor Augen begeistert Roxy Music-Boss Bryan Ferry im Grazer Stefaniensaal.
Paul Weller hält das hohe Niveau des direkten Vorgängers Saturns Pattern mühelos - mindestens: A Kind Revolution ist vielleicht keine Revolution für den 59 Jährigen, aber eines der feinsten Ergänzungsstücke einer furiosen Karriere und zudem souverän-abwechslungsreiches Zeugnis der Zeitlosigkeit des Modfathers.
Man kann mit Kanonen auf Spatzen schießen und dem Wendehals One More Light sicherlich vieles vorwerfen - eine mangelnde Anpassungsfähigkeit der Massenmarkbediener Linkin Park gehört freilich kaum dazu. Den Paradigmenwechsel in den seichten Hochglanz-Pop vollzieht das kalifornische Sextett schließlich ohne jedes Schamgefühl oder Berührungsängste.
Die knapp sechs verstrichenen Jahre seit Despond nutzt Horizonless weniger für zusätzliche Evolutionsschritte, als vielmehr für eine neuerliche Intensivkur mit mehr Facetten in der Perspektive. Das Niveau ihres überragenden Debütalbums können Loss damit dennoch nicht unbedingt toppen - mit nur einem Mindestmaß an Interesse für malträtierenden Funeral Doom führt 2017 allerdings kein Weg am Zweitwerk des Quartetts aus Nashville vorbei.
Nach der so ernüchternden Young Death / Nightmarked-EP am Ende des Vorjahres findet William Emmanuel Bevan zu einer neuen Form der Konsistenz zurück, wirft nun aber auch mit Subtemple mehr Fragen auf, als er beantwortet. Quo Vadis, Burial?
Auch im 44. Bandjahr bleiben Kiss auch dank spektakulärer Inszenierung vollkommen zu Recht ein Massenphänomen: 11.000 Fans erleben in der Wiener Stadthalle eine vor Effekten strotzende Show der Superlative - unsterbliche bis grundsolide Hardrock-Hits inklusive.
Nach dem Sommer seines Lebens hat Sergio Pizzorno großes vor: die Festival-Zuverlässigkeiten von Kasabian aus der effektschweren elektronischeren Fängen von 48:13 zu befreien und mit der Rückkehr zu einer simplen Gitarrenplatte nicht nur seinem Frontman, sondern gleich ganz England ein wenig gute Laune einzuimpfen. Dafür geht er auf For Crying Out Loud bisweilen auch kuriose Wege.
Nach dem saxofonierenden Hot Dreams übersetzen Timber Timbre ihren elegischen Noir-Blues mit Sincerely, Future Pollution direkt in retrofuturistische Blade Runner-Landschaften, weit entfernt vom puristischen Folk der Anfangsphase.



![Bryan Ferry, Judith Owen [01.06.2017: Stefaniensaal, Graz] Bryan Ferry, Judith Owen [01.06.2017: Stefaniensaal, Graz]](https://i0.wp.com/www.heavypop.at/wp-content/uploads/2017/06/Bryan-Ferry-Live-2-e1497286330122.jpg?resize=205%2C205&ssl=1)




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