Suche nach: the men
Dass Noel für die besten Post-Oasis-Momente zuständig sein würde, war ja irgendwo immer klar. Dass er dies jedoch auch mit einem Album unter Beweis stellen würde, das sich dezent aus der Wohlfühlzone des Briten lehnt und dabei sogar vorführt, wie man Saxofonsoli ohne Fremdschämgefühl auffährt - das überrascht dann doch in gewissem Ausmaß.
Auf 'Ugly Animals' und 'YPPL' haben Michael Crain und Co. dem Trademark-Grindcore von Szene-Ikone Justin Pearson den Rock beigebracht. Für 'Beneath California' lernen Retox nun noch weitere explosive Tricks.
Die feine Klinge ist nicht das Ding von Adam Angst: Felix Schönfuss polarisiert auf seinem gefühltermaßen dritten Band-Debütalbum nach Escapado's 'Montgomery Mundtot' und dem Frau Potz-Intermezzo weniger mit dem aufgefahrenen dicken Vorschlaghammer-Rock, als mit seinen gar zu brachial arbeitenden Texten.
Da kann man nur eifersüchtig ins Nachbarland blicken: Unsere Lieblings-Alternative-Rocker von Black Map kommen im Frühjahr zumindest für zwei Festivalauftritte nach Deutschland.
Im Gespann mit Will Yip hätten Blacklisted nach 'No One Deserves to Be Here More Than Me' wahrlich überall landen können. Wo aber derzeit zahlreiche Title Fight-, Pianos Become The Teeth- und La Dispute-Anhänger an den Evolutionsprozessen zu kauen haben, die der Produzent aus Philadelphia mitinitiierte, bringt die neuerliche Zusammenarbeit die wagemutige Deathwish-Crew zurück zu ihren Wurzeln.
Wären sie eventuell mal lieber bei den unangenehmen Electro-Ausflügen der letzten Alben geblieben: die Llanos-Schwestern haben nach knapp neun Jahren wieder Bock auf Rock, spielen ihren Poppunk aber mittlerweile mit einer bisweilen ärgerlich unverfänglichen Bubblegum-Note.
"Murder all your memory/Let it suffocate/Reduce" singt Jamie Rhoden im beruhigenden Strom des Openers 'Murder Your Memory', 'New Vision' nennt sich der nebulös bleibende Closer. Genau zwischen diesen durchaus auf Metaebene zu verstehenden Polen spielt sich das dritte Title Fight-Album zur Gänze ab: wer hierzu abermals den Weg in verschwitzte Pit-Ausflüge und ausgelassene Stagediving-Exkursion sucht, der dürfte vor ernsthafte Probleme gestellt werden.
"I live in constant debt/ To feel you, invented" schmeicheln Jimmy Eat World in einem ihrer wenigen späten Glanzmomente verliebten Herzen auf rührende Weise, "We still believe in love/ So fuck you" knallen Elbow weniger profan mit der Wucht eines Festivalchors vor den Latz: 15 Songs für den Valentinstag 2015.
Nach 'The Bloom and the Blight' domestizieren die beiden Two Gallants ihren Sound noch weiter: aus dem zornigen Duo von einst ist endgültig eine friedliche Version ihrer selbst für versöhnliche Abendstunden geworden.
Der Vorgänger 'Bitter Drink, Bitter Moon' war seinerzeit die dritterfolgreichste Kickstarter-Aktion überhaupt - 'Big Dark Love' lukrierte im Vorfeld sogar ganz mühelos nochmal um 100.000 US-Dollar mehr. Seit sich Murder by Death auf den Crowdfunding-Weg begeben haben, läuft es wie am Schnürchen für die Band aus Bloomington. Vielleicht sogar glatter, als es ihren Songs gut tut.










