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Soul Glo – DisNigga, Vol. 2

Soul Glo - DisNigga, Vol. 2

Soul Glo haben es eilig: Nur knapp sechs Monate nach Teil 1 steht bereits DisNigga, Vol. 2 am Plan. Besser noch: Das Quartett aus Philadelphia münzt diese aktuelle Getriebenheit auch zu einer von ihnen selten so konsequent destillierten Zielsicherheit um.

Die atemlose Geschwindigkeit spiegelt sich nicht nur in der Produktivität wider, sondern ist diesmal als dezidierte Triebfeder der drei neuen Songs (nach dem Prinzip: schnell, schneller!) auch der Katalysator des Songwritings. Soll heißen: Wo Soul Glo sich bisher auch gerne mal im skizzenhaften und fragmentarischen verzettelt haben, oder gar einen aus dem Rahmen fallenden Ausflug riskierten, legt DisNigga, Vol. 2 eine fast schon scheuklappenhafte Konzentration an den Tag: Hardcore pur.
Nicht in dem Sinne, dass die Kompositionen in der Spannweite zum Screamo nicht mehr ständig ihre Auslagen wechseln dürften. Sondern insofern, dass die Spannungsbögen enger gehalten so schlüssig und direkt sind, wie selten zuvor bei Pierce Jordan (Vocals), Ruben Polo, (Guitar), GG (Bass/Vocals/Programming) und TJ Stevenson (Drums).

Das federnde Schlagzeug in NIGGA DON’T UPLIFT ME lässt sich nicht von den superben Basslinien einschüchtern, die manische Leidenschaft im schrillen Bad Brains-Geschrei will sowieso schnell auf der Überholspur rasen, da kann sich die Hatz noch so sehr kurz zur Riffschleuder mit smart kopfnickenden Tiraden zurückschrauben und die Aggressivität mit griffigen Strukturen zum catchy Bastard formen.
YERRRNIN surft  sogar noch rasanter und kurbelt im wendigen Punkrock wendig nach vorne, bevor B.O.M.B.S mit Hip Hop-Selbstbewusstsein („You canʼt cover us, you cant copy us, all you can really do is sloppytoppy us. We came in the game, made a lane and a name, and a lot of these lames cant say they did the same. This is our pain that saves us everyday, nigga is you hearing this? No one doing it like how we doing it, but itʼs not like we spent 7 years proving it„) sowie dem Wissen um Grind und Trash losballert, sein Tempo und seine Dynamik zum sehnigen Metal und wieder zurück korrigiert, die Kakophonie immer wieder neu anvisiert.
Kurzum: Soul Glo gehen auf DisNigga, Vol. 2 keine Umwege, halten den Kontext dicht und eng gesteckt, treiben ihr wohl stärkstes Material mit der gewohnten Spielwut und Intensität, aber nun auch nötigen Homogenität und Kohärenz vor sich her. Insofern: Das hier ist ein neuer Zenit für Soul Glo.

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