The Hives – The Hives Forever Forever The Hives

von am 30. August 2025 in Album

The Hives – The Hives Forever Forever The Hives

Das grotesk schlechte Hooked on a Feeling-Cover und eine Handvoll medioker wirkender Vorabsingles haben einen uninspirierten Schnellschuss befürchten lassen. Tatsächlich funktioniert The Hives Forever Forever The Hives als Ganzes aber nun überraschend stimmig.

Nachdem The Death of Randy Fitzsimmons den Fokus der Schweden für ihre angestammten Stärken nach elf Jahren Abstinenz bzw. den beiden formschwachen Irrungen The Black and White Album und dem okayen Lex Hives wieder geschärft hat, haben The Hives den Schwung ihres ziemlich famosen Comebacks kurzerhand ins Studio zu Fireside-Spezi Pelle Gunnerfeldt (der diesmal nicht nur von Beastie Boy Mike D, sondern auch beratend von Josh Homme unterstützt wurde) mitgenommen.
A new record so full of energy, joy, anger and life that you will be questioning reality as you have known it… Every single song a single, every single single a hit, every hit a direct hit in the face of the man“ verspricht Howlin‘ Pelle Almqvist und das stimmt weitestgehend auch tatsächlich – zumal die Singles nun im Verbund besser zünden, als auf sich gestellt; und obwohl die zweite Hälfte einer mit vielen Highlights (deren Halbwertszeiten freilich nicht mit den großen Klassikern der Bandgeschichte konkurrieren können dürften) ausgestatteten Platte dann doch ein bisschen schwächelt.

Roll Out the Red Carpet ist ein (zu abrupt beendeter) Standard-Filler mit flott-schmissiger Strophe und noch zügigerem Refrain, Born a Rebel eine zu beliebige Variation von Abrakadabra und Path of Most Resistance shakt trotz abhabenden kommenden Momentum sexy auf der Tanzfläche zwischen den Eagles of Death Metal und den Cramps, nachdem They Can’t Hear the Music als punkige Garagenrock-Verbeugung vor Teenage Kicks Spaß macht, bei der sich Band und Publikum live die Bälle ausgelassen zuspielen werden können.
(Besser machen das in derselben Veranlagung zuvor nämlich der No Pun Intended-Nachfolger Hooray Hooray Hooray, das energisch nach vorne fetzende O.C.D.O.D. oder der Cowbell-Galopp Bad Call, der eine ausgelassene Call-and-Response-Party vor der Bühne verspricht.)
Überhaupt bietet The Hives Forever Forever The Hives als Malen nach (selbst)referentiellen Déjà-vu-Zahlen voller simpler Hooks und präzise abholender Zackigkeit die idealen Frische-Impulse, um sich auf der kommende Arena-Tour auch abseits der unkaputtbaren Hives-Über-Hits und der liefernden Retro-Nostalgie feiern zu lassen – so barrierefrei, dass man selbst bei der ersten Begegnung mitgröhlen kann.

Dafür sorgt vor allem die Klammer aus dem scheppernd nach vorne gehenden Rocker Enough Is Enough mit seiner parolenhaften Instant-Ohrwurm-Qualität sowie der synthetisch joggende Titelsong-Schlachtruf. Noch hartnäckiger ist da dazwischen nur das politisch zum Sirenengeheul Walk Idiot Walk-polternde Legalize Living sowie die auf der Überholspur eilende Sternstunde Paint a Picture, die im Chorus den smarten Rhythmuswechsel skandierend-stampfend auspackt und dann in den Himmel bimmelt. Super!
The Death of Randy Fitzsimmons war im direkten Vergleich in Summe zwar dennoch das vielschichtigerer und spannendere Album, lies mehr Bandbreite zu „erarbeiten“, und servierte seine Smasher nicht derart vordergründig wie The Hives Forever Forever The Hives. Wo der siebente Langspieler der Schweden deswegen 2025 auch nicht ganz die Amplituden seines gehaltvolleren Vorgängers nach oben erzeugt, sind diesmal dafür selbst die schwächeren Nummern wie versprochen potentielle Single-Kandidaten. Insofern kann man ruhig mal ein Auge zudrücken und die Bewertung aufrunden.
Denn wenn diese kurzweilige Platte etwas falsch macht, dann betrifft dies höchsten die Entscheidung, sich nebst einem pseudo-aufwärmenden Intro auch noch ein durchatmendes Interlude zu gönnen – solche leeren Meter brauchen The Hives nicht; gerade wenn die Band so betont und demonstrativ mit der Tür ins Haus fällt.

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