Nas & DJ Premier – Light Years

von am 14. Dezember 2025 in Album

Nas & DJ Premier – Light Years

Nein, das so lange, lange angeteaserte Light-Years ist wirklich nicht der erhoffte Klassiker in Form des Gipfeltreffens zweier Legenden als Krönung der (ambivalent aufgenommenen) Mass Appeal-Serie Legend Has It… 

Sicher, schon auf der ersten, unterwältigen könnenden Kontakt ist klar, dass Nas auch im vermeintlichen Autopilot 99% der Kollegen locker in die Tasche steckt, und DJ Premier selbst mit (weniger ernüchternd uninspirierten, als durch und durch) soliden Beats routiniert mit zeitloser Klasse abliefert.
Allerdings fällt eben auch auf, wieviel frischer Nas zuletzt auf den beiden Hit-Boy-Trilogie in Szene gesetzt wurde und auch seine zahlreichen Features in diesem Jahr mehr Hunger in der Performance zeigten – zumal sich das Duo in Form des Billy Joel‘esken NY State of Mind Pt. 3 auch noch demonstrativ an der eigenen Geschichte verhebt.

Befreit man sich jedoch erst einmal von der überhöhten Erwartungshaltung – nicht aber den ebensolchen Ansprüchen an das Gespann – an das seit 2006 angekündigte und zwangsläufig mit mythischem Gewicht beladene Projekt, hat Light-Years als Platte, die niemanden etwas beweisen muss oder will, eigentlich leichtes Spiel damit, aus seiner bequemen Komfortzone heraus zu überzeugen.
Anstatt auf eine knallige, arbeiten beide Parteien als ökonomische Handwerker sachlich und schlicht auf eine zurückgenomme, basische Platte hin und vermeiden jeden Bombast. Auch dezent opulenter angelegte Nummern wie der Tribut Bouquet (To the Ladies) oder Junkie bleiben in einem beschaulichen Rahmen, der etwas robustes und unprätentiös entschlacktes hat – Nas und Preemo, ganz in ihrem Element, im besten Sinne unmodern.

Dann findet die Platte hinter dem entlang seines funky Bassriff samt Biggie-Einleitung aufzeigenden Aushängeschilds GiT Ready spätestens mit den simpel klopfenden Drums und groovend schlängelnden Saiten von Welcome to the Underground ihre Linie, und erzeugt wie im zurückgelehnten Bauchpinseln Madman eine subversive Spannung, die vielleicht keine mutigen Herausforderungen oder explizite Highlights bietet, sich ohne Ausfälle aber Understatement leisten kann.
Light-Years läuft entspannt dahin, unspektakulär und sich ganz unverkrampft auftretend seiner Wertigkeit und Stellung bewusst. Hier klimpern Piano-Linien für den Boom Bap, dort (in It’s Time nämlich) legt sich das Gespann der Steve Miller Band folgend bestechend smooth in den chilligen Flow und das AZ-Feature in My Story Your Story knüpft natürlich Erinnerungen an Illmatic, ohne auf diese den Deckel draufzumachen: Light-Years zielt nicht zum Meisterwerk, sehr wohl aber zur eine ablaufdatumsbefreiten Unkaputtbarkeit.

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