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The Ruins Of Beverast & Almyrkvi – Split

The Ruins Of Beverast & Almyrkvi - Split

Nach der Rückkehr mit Don’t Walk on the Mass Graves geht es Schlag auf Schlag für The Ruins of Beverast, nur sechs Tage später folgt bereits die nächste Split-Veröffentlichung – diesmal mit den isländischen Kollegen von Almyrkvi.

Diese besorgen auch den Einstieg mit Asomatous Grove, einer harsch growlenden Atmospheric Black Metal-Palette, die jedoch erst zur Mitte hin einen wirklich interessanten, originären Aspekt bekommt, wenn die Drums mit synthetisierter EDM-Substanz wichtig ballern und eine Reminiszenz an die elektronischen Einflüsse der hauseigenen ersten EP erzeugen, während sich die Gitarren hinter dem stoischen Grundmotiv elegant und vogelfrei strahlend ausbreiten, bevor der Song in den Suspence einer Ambiente Passage abtaucht, die verflucht im Windspiel greint und heult, sich für einen erhebenden, stellarem Klimax aufschwingt.
Dort tackiert Managarmr weiter, addiert sogar noch mehr düster-melodische Befugnisse, eine heroische Tragweite, täuscht eine mathcore-taugliche Unberechenbarkeit an, bleibt aber leider stets auf einer konstanten Linie, selbst in der durchatmende Nabelschau, bevor die Nummer ohne Geistesblitz oder exzentrischen Impuls leise verglüht.
Doch selbst angesichts des Eindrucks, dass Almyrkvi hier Potential liegen lassen und nicht gänzlich zum Kern der Möglichkeiten vordringen, liefern sie damit verdammt kompetente Genre-Kost.

Das eigentliche Spektakel servieren allerdings die beiden The Ruins of Beverast-Stücke, mit denen Alexander von Meilenwald seinen Ausnahmestatus einmal mehr unterstreicht.
Die Beschwörung The Grand Nebula Pulse beginnt als sinistrer Tanz über dem dampfenden Lagerfeuer, am Horizont zieht derweil ein derart schabend grummelnder Bass auf, dass er die Gitarren lange begraben hält, die Magengrube rumort. Doch irgendwann setzt sich der schamanenhafte Appendix zu Exuvia mit seiner Percussion bedächtig in Gang, rollt und beginnt guttural zu greinen, würgt die Texturen im Morast, oszilliert halluzinogen über den unbeirrbaren Rhythmus. Das Ambiente zieht körperlos entrückte, sakrale Chöre an, die irgendwo in der Ferne jubilieren, doch die krautige Geduld ähnlich jener von Oranssi Pazuzu dominiert, und es entsteht ein fiebriges Ritual von einem wandelbaren Leviathan, der eine transzendentale Trance gebiert: So blumig wandert das Kopfkino in diesem Klangmeer.
Der Übergang zu Hunters fusioniert dennoch ansatzlos, obgleich The Ruins of Beverast hier in den blastenden Black Metal-Modus umschalten, die dumpf hämmernden Drums im Mix über die methodischen Gitarrenfiguren bügeln und selbst das Gebrüll eher Schattierung zu sein scheint. Über ein umschichten der Dynamiken und Tempi, der Nuancen und Gewichtungen im Sound behält sich die Nummer jedoch eine Variabilität bei, die später sogar in einem sehnsüchtigem Solo  von hingebungsvoller Breitbeinigkeit mündet. Insofern gilt: Kann man diese beiden Stücke als Gradmesser für das nächste Studioalbum heranziehen, kommt eine der Platten des (jeweiligen) Jahres wohl aus Nordrhein-Westfalen.

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