The Voidz – Męğż Øf Råm

von am 5. August 2025 in EP

The Voidz – Męğż Øf Råm

Like All Before You scheiterte an vielen Dingen. Für die ohne viel Brimborium veröffentlichte Ausschusswahren-EP Męğż Øf Råm haben The Voidz zwar einen Titel ausgewählt, der selbst Justin Vernon Kopfschmerzen bereiten dürfte, doch gelingt deutlich mehr, als auf ihrem dritten Studioalbum.

Kurzum: Męğż Øf Råm ist zwar durch und durch typisch prätentiös auf artifizielle Eigenwilligkeit gebürstete The Voidz-Kost, aber als Ganzes schlüssiger aufbereitet als Like All Before You. Auch indem ein schlüssigerer Spannungsbogen ins Auge gefasst wird. Letzlich sind aber vor allem die besseren Songs unter der ästhetischen Dominanz erkennbar (wenngleich natürlich mit betont neben der Spur angelegter Weirdo-Attitüde nicht auf den Punkt finden wollend).
Ein bisschen hat man es deswegen gefühlt mit der Mittellage zwischen dem im besten Sinne chaotischen Sauhaufen Tyranny und dem schlichtenden Virtue zu tun, bevor die Dinge 2024 aus dem Ruder laufen sollten. Ein guter Kompromiss!

Dem zu abrupt endenden Unholy Lover gelingt der Spagat von ätherisch aus den 80er fliesendem Melodrama und zeitaktuell rasselnden Trap-Beats zur ruhigen Beinahe-Medidativ-Ballade, derweil das knubbelig groovende Blue Demon (als schwächste, im Verlauf aber immer besser werdende Nummer von Męğż Øf Råm) keinen Unterschied zwischen Geisterhaus und Tanzfläche für den unfokussierten der Psychedelik frönenden Synthpop macht, es dabei aber schafft, seine Attitude nicht primär als Mittel zum Zweck anzubieten.
Mit Russian Coney Island hat es dann ein lang erwarteter Fan-Favorit endlich ins Studio geschafft – und enttäuscht nicht (auch wenn sich irgendwo vor der gelungenen finalen Abfahrt ein wenig Spielzeit kürzen hätte lassen und der allgegenwärtige Vocoder-Einsatz von Nichtwähler Casablancas besonders hier auslaugend nervt): The Voidz lehnen sich auf einem aus der Zeit gefallenen Post-The New Abnormal-Dancefloor zurück, gehen im Club samt cheesy gniedelndem Retro-Gitarrensolo lässig nach vorne und folgen einem stimmungsvollen Zeitunnel in eine nostalgisch verklärte alternative Realität, in der die Vergangenheit in verträumten Clubs schwelgt und Ahnungen von funky Daft Punk-Kooperationen skizziert.

Das dunkel schleichende Drifto schließt den Kreis danach als zitternder Space Ambient – einnehmend und anziehend, gleichzeitig jedoch auch vor allem frustrierend und nicht so reizvoll, wie es sein könnte: The Voidz bleiben eben auch mit Męğż Øf Råm vor allem ein Abenteuer, das nicht so spannend ist, wie es aufgrund seiner Zutaten zu sein glaubt.
Dennoch destilliert die Band das mögliche Highlight-Potential ihres MO hier (in dem ihnen gut stehenden, kompakter zu ertragenden und bei der Bewertung aufrunden lassenden EP-Kontext) effektiver, als auf einem Gutteil ihrer sonstigen Diskografie.

Print article

Kommentieren

Bitte Pflichtfelder ausfüllen