White Reaper – Asking for a Ride

von am 5. Februar 2023 in Album

White Reaper – Asking for a Ride

White Reaper spielen auf Asking for a Ride knapp eine Dekade nach der Bandgründung immer noch dem eigentlich unvermeidlichen Durchbruch mit einem unwiderstehlichen Händchen für Ohrwürmer entgegen.

Dazu wurde diesmal der Metal-Gehalt zwischen den Zeilen des angestammten Spannungsfeldes aus bubblegumtauglichem Alternative-, Indie-und Punk-Rock an der Power Pop-Schraube enger gezogen.
Was im Allgemeinen (und vor allem Funny Farm) so klingt, als hätten Death from Above 1979 nach der White Reaper-Anleitung einen Bastard mit Weezer gezeugt. Und im Speziellen dazu führt, dass alleine schon der Einstieg mit dem angepeitscht galoppierenden Riff-Titelstück-Bolzer, der polternd-gniedelnden Melodie-Feier Bozo mit seinem tollen Abschluß-Twist, sowie vor allem dem schweinehardrockig zur saloppen Cheap Trick-Guitar Hero-Perle triumphierenden Instant-Hit Fog Machine jeden an Bord holen sollte, der das Quartett aus Kentucky bisher noch nicht auf der Rechnung hatte – und allen Langzeitfans auch im vierten Anlauf sofort beweisen müsste, dass der Hunger der Band noch längst nicht gestillt ist.

Die kompakte, griffige Schmissigkeit entwaffnet dabei einmal mehr mit einer Stafette an knackigen Ohrwürmern, die offen lässt, ob nun das unerbittlich infektiöse Pink Slip oder das wie ein aufgemotzter Romantik-Oldie daherkommende Crawlspace eine zwingendere Single bietet, während auch der phasenweise doch wieder angehobene 80er-affine Synth-Gehalt (in Getting Into Trouble w/ the Boss, das in etwa agiert, als hätten Real Estate einen Phoenix-Song aufgenommen, oder dem durch den dunklen Wave gediegen treibend stampfenden Heaven or Not) der Band natürlich extrem gut steht und durch die dabei freigesetzte Bandbreite eine Tiefe suggeriert, die das extrem kurzweilige Asking for a Ride letztendlich wohl gar nicht wirklich hat.
Und dass das Finale nach diesem Schaulaufen ein klein wenig nachlässt (mit dem It’s Not Over Yet assoziierenden Thorn vor Pages, das einen Ausblick darauf gibt, wie der Authority Song aus der Feder von Rivers Cuomo aufgetreten wäre) – ebenfalls verschmerzbar: Asking for a Ride will einfach zur Gänze nicht mehr aus dem Schädel.

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