WU LYF – Tib St. Tabernacle
“For these hard times call for furious dancing”, fürwahr: WU LYF laufen mit der feierlichen Messe Tib St. Tabernacle in einer dystopischen Welt voll patsoraler Grandezza zur (aktuellen) Bestform auf.
A New Life Is Coming war im vergangenen Jahr (vor allem mit Fanbrille betrachtet) ein sehr guter Start in das Leben jenseits von Go Tell Fire To The Mountain, doch Tib St. Tabernacle ist nun noch weitaus besser – indem es das manisch predigende Wesen der seit der Wiedervereinigung reifer predigenden Band ohne die animalische, heiser-eruptive Fiebrigkeit des Debüts wieder exponierter in die Kurven legt.
Über elf enorm kurzweilige Minuten Spielzeit stehen WU LYF auf der Kanzel, beschwören eindringlich, mit einer Piano-Linie als Grundierung, wo der latent funky Bass im Sonic Boom-Sound an Push the Sky Away erinnert. „Who are we?/ But Sons and Daughters of generational trauma/ Who’ve abandoned our power in the absence of love.“
Ellery James Roberts, Evans Kati, Tom McClung und Joe Manning erzeugen einen weichen Wellengang. Obsessiv, aber nicht exzessiv. Dynamisch und geschmeidig. Das aufbrausende Momentum zügelnd. Sie gehen in sich, ruhig und gefühlvoll – bis die Band nach sieben Minuten Gas gibt, heult und wirbelt. „Hard times call for furious dancing/ In these dark times can you hear your heart sing?/ …/ I only want to be/ Transfigured in Ecstacy/ I only want us to be free“. Ja, da ist die euphorische Begeisterung, die das Quartett 2011 erzeugen konnte, wieder erkennbar.
Nimmt man Tib St. Tabernacle also als Gradmesser – und behält vor Augen, dass WU LYF mit Robe of Glory, Letting Go, Love Your Fate oder Wuga(n)zi bereits auch noch einige andere neue hochklassige Songs in der Hinterhand haben – ,setzt da subjektiv bereits ein kleiner persönlicher Hype für den Nachfolger zu Go Tell Fire To The Mountain ein.


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