Zach Bryan – Starved

von am 23. Oktober 2022 in Single

Zach Bryan – Starved

Der nimmermüde Zach Bryan macht einfach, was Musiker eben so machen, und bleibt im steten Veröffentlichungsrausch: Keinen Monat nach Burn, Burn, Burn gibt es mit Starved schon wieder eine neue Single.

Nicht die unpackbare Releasefrequenz von Bryan oder die dabei qualitativ unfehlbar scheinende Konstanz überraschen an Starved – denn an diese Faktoren hat man sich mittlerweile längst gewöhnt. Nein, viel eher überrascht, dass Bryan sich stilistisch vom Americana und Country diesmal näher am Singer-Songwriter-Schaffen mit subtilen Indie-Folk-Tendenzen verortet, seinen angestammten Bewegungsradius also minimal verschiebt und phasenweise gar ein wenig an Kollegen wie Damien Rice erinnert.

Ruhig legt sich die Akustikgitarre jedenfalls der melancholische Nostalgie mit einer rauen, aber so weich tröstenden Natürlichkeit in die Arme, sinniert vom traurigen Herzensbruch in bittersüßer Tragik und chronologisch ausgehebeltem Narrativ. „We’re laying on the roof of my car/ Feeling young, feeling numb, feeling starved/ Of all the things that a moment can be/ This one’s best kept a memory/The purest parts of my heart are you and me/ …/ The best things in life are free and need to be let go/ So take one last good look/ Let’s share one last cigarette/ I’ll be gone by the time you’re ashing it/ Stop asking things you know the answers to/ There ain’t no world in which I am good for you.“
Das erst zurückhaltende, aber rasch pochende Spannung aufkochende Schlagzeug poltert, wird wuchtiger und akzentuiert die beschwörende Aufbruchstimmung, die sich stets etwas intimes und verletzliches bewahrt, während geduldig das hymnisch tänzelnde Momentum mit seltsam reserviert scheinender, nicht All-In gehender Stimme anvisiert, aber letztendlich der überwältigende Klimax nicht stattfindet.

Ein bisschen besser sind insofern sogar die von vornherein reduzierter bleibende Demo, die der Melodieführung im Alleingang ohne offensive Dynamik erfüllender dient, sowie natürlich die ausführlichere, auf über sechs Minuten Spielzeit wachsende Live-Version der Nummer, die im Verbund mit einer Fiedel und einem rockigeren Schlagzeug als Begleitung samt der eindringlicheren Gesangsperformance in ihrer archaischen Physis etwas ultimatives hat, spätestens wenn das Finale sich ergiebig, beinahe exzessiv in das kreierte Setting legt.
Diese Varianten beschert der digitalen Single dann auch die Aufrundung in der Wertung.

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