Ablation – Lethal Abuse
„Some people have a therapist. I have more bands“ sagt Sanguisugabogg-Brüllwürfel Devin Swank und trägt mit Ablation und deren Debüt EP Lethal Abuse eine veritable Supergroup in seine Vita ein.
Die knapp 17 Minuten von Lethal Abuse pflügen mit Dehumanized-Gitarrist Rich Nagasawa sowie (der nicht einer gewissen Ironie entbehrenden Achse) Eric Morotti und Derek Boyer nebst Special Guest Frank Mullen mehr oder minder direkt in Richtung Suffocation, bringen dem Brutal Death Metal der Idole aber eine slammenden Attitüde bei und fassen das 90er Traditionsbewusstsein insofern mit moderner Kante auf, derweil Bands wie Dying Fetus oder Pyrexia Pate stehen.
Dass Swank The Tank diese Umgebung für ein Plus an stimmlicher Variabilität nutzt, ist übrigens eine der angenehmen Überraschungen der EP, die ansonsten knallhart und kompromisslos den Stärken aller Beteiligten – vor allem mit absolut irren Drums – in die Arme spielt.
Selbst die kurze einleitende Gewaltankündigung von Les Grossman im Titelstück verliert da allen Humor. Ablation tackern und blasten, schunkeln das Riff in epischer Heaviness und spendieren dem catchy Wechselspiel auf den letzten Metern einen fiesen Abriss. Ein Hit als Opener!
Victim Kink groovt in seinem Zug nach vorne zäher und schleppender, bis der Beatdown-Abgang in den Slo-Mo-Slam schaltet. Das Songwriting der Band ist dabei zu jedem Zeitpunkt (mit zugegeben bisweilen generischer Basis) schlüssig und packend, der Sound unpoliert sauber, bisweilen vielleicht etwas zu dünn, wiewohl dadurch auch räumlich toll differenziert.
So oder so: Ungeachtet der rohen Kraft ist das wohl dennoch nur eine Andeutung davon, zu was Ablation live fähig sein dürften.
Die Dynamik stimmt allerdings auch so. Mehr noch: Dass der Band ein wirklich außergewöhnlicher Song abgeht, der aus der tollen Masse herausragt, ist keine Tragik. Lethal Abuse stemmt die hohen Erwartungshaltungen angesichts der namhaften Beteiligten ohne innovativen Originalitätszwang mit viel effektiver Expertise flächendeckend.
Sporadic Slaughtering steigt lange auf das rasendes Gaspedal und bremst sich immer wieder für die Abrissbirne ab. Indecorous Disembodiment forciert dagegen den Tech-Aspekt und galoppiert in der Strophe, als hätte man Car Bomb die Math-Faxen mit gurgelndem Bass und wogender Nonchalance straight fetzend ausgetrieben. Danach ist zwischen Machtdemonstration und Schaulaufen vor allem fehlerfreie Ergebnisverwaltung angesagt, indem Eradicating the Feebleminded über Pig Squeals und einem Strom aus Riff hämmert, bevor Immersed in Carrion das Stakkato und die Exzessivität zelebriert, dem runden Spannungsbogen der extrem viel Potential zeigenden (und deswegen aufgerundet bewerteten) EP trotz Luft nach oben ein befriedigendes Ende bereitend.


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