Madball – Not Your Kingdom

von am 26. Juli 2026 in Album

Madball – Not Your Kingdom

Meine Fresse! Hinter dem nostalgisch an die eigenen Klassiker-Jahre erinnernden Cover-Artwork von Not Your Kingdom steckt doch tatsächlich das frischeste Madball-Album seit langer, langer Zeit. 

Der Umstand, dass die New Yorker weite Strecken der letzten Dekaden primär von ihrer Mentalität und ihrem guten Ruf, nicht jedoch unbedingt von durchwegs überzeugenden Alben, gelebt haben, wird freilich alleine dadurch relativiert, dass seit For The Cause acht satte Jahre an der Welt vorbeigezogen sind.
Doch auch wenn sich die Personalien in dieser Zeit geändert haben – hinter Bandkopf Freddy Cricien ist Drummer Mike Justian noch vor dem dem 2018 beigetretenen Gitarristen Mike Gurnari sowie (dem erst vor wenigen Monaten als Ersatz für den 2023 ausgestiegenen Jorge „Hoya Roc“ Guerra) an Bord gekommenen Bassist Paul Delaney der Veteran im Gefüge – und Not Your Kingdom gewissermaßen direkt an seinen Vorgänger anknüpft, hat die lange Pause Madball merklich gut getan.

Sicher müssen Puristen zumindest die beiden Doppelspitzen aus dem Rebelude (das den Fluss der Platte als dubbiges Plätschern stimmungsvoll sabotierend ausbremst) und dem penetrant animierenden Mitmachgegröhlen Rebel Kids auf der einen Seite aushalten, und auf der anderen Seite das den Sender wechselnde Interlude-Schrammeln Sunrise, das zum Quasi-Rancid-Midtempo von Life’s a Mural zeigt.
Und klar, nicht nur What Say You oder das vergleichsweise poppiger mitsingbare The Ride sind melodischer angelegt, als es die Wurzel von Madball nahelegen.

Doch sind das alles Amplituden einer neuen Vielseitigkeit und Bereitschaft zur Abwechslung, wo Not Your Kingdom in der breiten Masse vor allem basisbewusst abliefert. Songs wie Tethered, Flammable, Don’t MisStep oder das dynamisch am Temporad kurbelnde Family First überzeugen schlichtweg als tougher Hardcore und Klischees im besten Sinne. Clockwork gönnt sich durch ein Anthony Communale -Gastspiel zudem amikale Killing Time-Facetten und Chase a Dream tackert im Galopp, während What Say You punkiger agiert und Stab Wounds mit metallischen Muskeln nach vorne groovend ordentlich bolzt. Langweilig wird einem in der konservativen Routine jedenfalls nicht.
Für den größten WTF-Moment sorgt aber der kurze Sprinter IWI, der in wenigen Sekunden den deutschen Assi gibt: „Alles Scheiße/ Scheißegal/ Kanns eh nicht ändern/ Ich geb Gas/ Meine Fresse/ Drauf geschissen/ Was willst du machen?/ Fickt euch alle/ Fick die Welt/ Meine Fresse!

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