Beck – Everybody’s Gotta Learn Sometime

von am 16. Februar 2026 in Compilation

Beck – Everybody’s Gotta Learn Sometime

Auf den Nachfolger zu Hyperspace lässt Beck seit über fünf Jahren warten. Rechtzeitig zum Valentinstag 2026 hat er jedoch die wunderbare Raritätensammlung Everybody’s Gotta Learn Sometime kompiliert.

In kurzweilig-kompakten 30 Minuten widmet sich der 55 jährige einem bittersüß romantischen Reigen von (weitestgehend aus fremden Federn stammenden) Nummern, an die man als Fan (mehr oder minder) schon jahrelang sein Herz verloren haben dürfte.
Den Anfang macht dabei der titelstiftende Korgis-Song Everybody’s Gotta Learn Sometime, den Beck für Eternal Sunshine Of The Spotless Mind zu einem zeitlosen, ja sogar perfekten Klassiker der Melancholie umgedeutet hat.
Das schunkelnde Elvis-Cover Can’t Help Falling In Love kennt man von Resistance Radio: The Man In The High Castle und die ätherisch in Trance schwofende Psychedelik-Zeitlupe I Only Have Eyes For You (im Original von The Flamingos) eher nicht durch Multimedia Künstler Doug Aitken und seiner Song 1 Installation („in which covers of the doo wop track played over video projections on the exterior of the Hirshhorn Museum in Washington, DC“).

Das somnambule, ätherisch schippernde Michelangelo Antonioni stammt vom 2012er Album A Tribute To Caetano Veloso und Love von der Starbucks exklusiven CD compilation Sweetheart aus dem Jahr 2014 – für das John Lennon-Stück setzt Beck das Schlagzeug prominenter ein, als auf den meisten versammelten Songs hier, streichelt aber ästhetisch dennoch in die selbe unaufgeregt sentimentale Kerbe, die Everybody’s Gotta Learn Sometime fast schon zu einer (leider auch einige derart eigentlich gut einfügbar gewesene Nummern wie Thinking About You aussparenden) stilistisch homogenen Konzept-Compilation macht.
Auch noch deutlichere Anomalien fügen sich nahtlos in dieses Muster ein. Das elegisch schwelgende Traumwandeln Ramona wurde von Beck selbst (für Scott Pilgrim Vs The World) geschrieben und ist nicht umsonst ein verdienter Fan-Liebling, derweil zwei Neuaufnahmen alter Bekannter an Intimität gewinnen: Das Hank Williams-Stück Your Cheatin’ Heart wurde im Vergleich zur Version auf Timeless: A Hank Williams Tribute von 2001 noch weiter in den Acoustic Folk und Americana reduziert; und auch True Love Will Find You In The End (eigentlich auch auf der 2004er-Verneigung The Late Great Daniel Johnson) ist ohne Mundharmonika in einer ruhigeren Heimeligkeit nun noch wundervoller geraten als bisher.

Print article

Kommentieren

Bitte Pflichtfelder ausfüllen