Album
Dass Bölzer die durch Soma (2014) und vor allem Aura (2013) hochgetriebenen Erwartungshaltungen auf ihr Debütalbum stemmen, liegt zu einem Gutteil auch daran, dass sie mit diesen genüsslich brechen. Hero hat auch deswegen das Zeug zum konsenstauglichen Metal, believe the Hype!
Dass Metallica auf der By Request-Tour die Setlist per (SMS-)Voting generieren ließen, scheint nun aufzugehen: Mit Hardwired...to Self-Destruct liefert die Institution ein bedingungslos am Markt und Fanwünschen angepasstes zehntes Studioalbum, dass ungeniert die eigene Discografie recycelt. Und den Kanon der Band trotzdem (oder gerade deshalb) durchaus gelungen fortführt - bevor man sich doch noch in zuviel Leerlauf vertändelt.
Nach dem von Elias Bender Rønnenfelt selbst in den Jazz-Jam verordneten Session-Mitschnitt Coming Down macht der Iceage-Frontman mit Telling It Like It Is mehr oder minder dort weiter, wo This World Is Not Enough aufhörte: Auch das Zweitwerk seines einstigen One Time-Soloprojektes verführt allerhand Stile in das verstörende Studio der Marching Church, das dann auch gleich als "auxiliary band member" fungiert.
Obwohl British Theatre 2011 relativ unmittelbar nach dem Ende von Oceansize an das Licht der Öffentlichkeit traten, dauerte es nun doch überraschend lange, bis Richard A. Ingram und Mike Vennart ihr gemeinsames Debütalbum fertig gebastelt hatten. Gründe dafür gibt es einige - sie aber auch mit den so akribisch konstruierten Songs auf Mastery zu tun.
"Leichte Unterhaltung… aber auf Steroiden!" versprach Robbie Williams für sein elftes Studioalbum - und liefert dank pompöser Unterstützung mit dem fast schon absurd ausgelassenen The Heavy Entertainment Show das entsprechend über die Stränge schlagende Popspektakel, zumeist ohne falsche Zurückhaltung.
Zu den schnellsten Veröffentlichern hat Melancholiker Patrick Walker ohnedies noch nie gehört. Derart eklatant viel getan, wie in den knapp 5 Jahren, die es nun gedauert hat, bis der Engländer The Inside Room, diese wunderbar erschöpfende Fackelübergabe von seinem einstigen (demnächst reaktivierten) Flagschiff Warning, überwinden konnte, hat sich dann allerdings zuvor auch noch nie: Das getragene Zweitwerk von 40 Watt Sun gießt seinen mächtigen Doom in eine völlig neue Erscheinungsform.
Nicht nur das Matthew Dunn-Cover-Artwork macht nach all seinen plakativen Arbeiten etwas her: Justin Greaves und Crippled Black Phoenix gehen merklich gestärkt aus den Querelen der letzten Jahre hervor und erarbeiten sich mit Bronze die dem Titel entsprechende Medaille in der bandeigenen Alben-Discografie.
Ist Integrity Blues womöglich der Missing Link zwischen Futures und Chase This Light geworden? Oder überhaupt das Geradebiegen jüngerer Fehlleistungen anhand alter Stärken? Fest steht: Jimmy Eat World gelingt nach einer erholsamen Pause ihr stärkstes Album seit Jahren.
Sechs Jahre nach dem unausgegorenen Offenbarungseid Seeing Eye Dog gelingt Page Hamilton nicht nur deswegen ein zufriedenstellenderes Album , weil er sich diesmal verhneifen kann, einen Beatles-Song zu vergewaltigen: Dead to the World ist wie schon das Gros der vorherigen Helmet-Alben aus der zweiten Bandphase ein durchaus solide die eigene Discografie auffüllendes Stakkato-Metal-Machwerk.
The Dillinger Escape Plan und ihr finaler Schwanengesang: Dissociation fasst noch ein letztes Mal adäquat zusammen, warum die Mathcore-Erfinder um Ben Weinman Ihre Platz in der Metal-Geschichte sicher haben - aber auch, warum nun dennoch der perfekte Zeitpunkt für den Schlussstrich ist.










