Reviews
Rein objektiv betrachtet ist Live at Ginza Sony Park (July 3, 2020) vielleicht "nur" ein weiteres Livealbum von Ichiko Aoba. Es kann aber, wie die fabelhaften 51 Minuten dieses Mitschnittes demonstrieren, auch einfach nicht genug Dokumentationen der bezaubernden Bühnenpräsenz der japanischen Ausnahmeünstlerin geben.
Seit Remind Me Tomorrow hat sich Sharon Van Etten vor allem in Film- und Fernsehbusiness herumgetrieben - für Never Rarely Sometimes Always gar vor und abseits der Kamera. Nun gibt es via Bandcamp das Doppel aus Let Go und Some Things Last a Long Time zusammengefasst.
Remember Sports tollen ambitionierter und mit mehr Mannschaftgeist denn je über ihren Spielplatz aus nonchalanten Indie Rock-, flockigen Punk-, kumpellhaften Midwestern Emo- und griffigen Powerpop-Versatzstücken: Ja, Like a Stone korrigiert den ernüchternden Eindruck, den Slow Buzz vor drei Jahren hinterließ.
Altarage komprimieren ihr schier wahnsinniges Amalgam aus dissonant verstimmten Death und Doom Metal auf Succumb derart, bis auf dem Viertwerk der Spanier kaum noch Luft zu atmen bleibt.
Dark Ambient und Drone aus den Untiefen des Meeres: Markov Soroka taucht, nein ertrinkt dem ukrainischen Titel nach, mit Drown auf Утоплення jenseits der Funeral Doom-Abgründe von Subaqueous.
AFI haben Blaqk Audio, Death Cab for Cutie The Postal Service, die Deftones Crosses und Greg Puciato (neben mittlerweile auch seiner Solokarriere) The Black Queen: Synthpop-Nebenprojekte. Coheed and Cambria-Boss Claudio Sanchez dachte, als er mit The City Introvert sein alter Ego The Prize Fighter Inferno wiederbelebte, aber in erster Linie wohl an The Weeknd oder Chvrches.
Oft ist es nur kleiner Schritt zwischen funkensprühender Ambition und planlosem Übermut. Squid entscheiden sich mit ihrem Debüt Bright Green Field kurzerhand für den Spagat zwischen den Optionen.
The Million Masks of God klingt ein wenig so, als hätte Andy Hull als logische Fortsetzung von A Black Mile to the Surface ein Soloalbum aufgenommen, erweitert um den wunderbaren Kitsch von Simple Math und der gefälligen Zugänglichkeit von Cope: schön, aber auch verdammt reibungslos.
Die Pandemiezeit hatte für Big Thief-Fans (und wer ist mittlerweile guten Gewissens keiner?) zumindest insofern auch positive Seiten, weil Adrianne Lenker und Buck Meek Zeit für ihre jeweiligen Soloplatten hatten. Rechtzeitig vor dem Tourstart ihrer Hauptband bringt Live at The Bunker Studio jedoch auch wieder für das Mutterschiff in Stimmung.
Goldkante gründeten sich in der Pandemie. Die Band, die als solche nie gemeinsam in einem Raum gespielt hat, lässt es krachen. Die Wiener und Linzer Herren veröffentlichen ihre Debut-Single auf Fettkakao. Ohrfeigenlandschaft und die B-Seite Lockdown Lovers, das sind kritisch-gute Texte und Riffs: Punk wider die Pandemie!










