Corporate Job – Dinner Leftovers
Die All In gehenden Eklektiker von Corporate Job verorten ihre Debüt EP Dinner Leftovers selbst als Hardcore Punk oder „Noise N’ Roll“ einer „international band from Spain And Canada“.
Was das (am Bass für diese Aufnahmen durch den deutschen Second Horizon-Gitarrist Max Schetzke verstärkte) Trio damit eigentlich meint (und auch kein Geheimnis daraus macht), ist ein an der Hysterie entlangschrammend randalierender Mathcore-Rock, der ausgesprochen interessiert am Erbe von Every Time I Die ist. Womit man sich in einem zuletzt ja arg boomenden Haifischbecken behaupten muss.
Corporate Job besorgen sich aber gleich eingangs die nötige Rückendeckung, indem sie Chad Kapper (A Dark Orbit, The Forest of Knives, Frontierer, UNIKNEIM, When Knives Go Skyward) eingeladen haben, um ihn im mit Southern Groove und Riff-Rabatz hakenden Opener Bittersweet als zusätzlichen (überraschend nahtlos assimilierten) Katalysator zu nutzen, der Corporate Jobs in Kerosin getränkte Brüllwürfel zuspielt.
Aber auch auf sich alleine gestellt geht Dinner Leftovers nicht in der Masse an ähnlich veranlagten Bands unter. Public Erasure galoppiert straighter und agiert trotz seiner Feedback-Schraffuren atemlos, während die Fan Fiction Desperate Milestones die Prise Dillinger Escape Plan im eklektischen Sound verdichtet. „We made the EP solely because it’s a sound we wanted to hear more of.“ sagen Corporate Job und halten das Andenken an Vorbilder Gallows oder Fight Paris mit viel Energie und Herzblut hoch.
Warum es an dieser Stelle ein wohlwollendes Aufrunden bei der Bewertung für den streng genommen kaum originellen Eklektizismus geben wird, liegt dann aber daran, dass sich die Euro-Amerikanische Achse zu guter Letzt auch nicht zu komfortabel im reinen Worship-Charakter eingerichtet hat. Im hungrigen Underground-Treffen Gawking at Infinity tut den Kumpels von Funeral Language und F3RGATR0N die zusätzliche Reibung gut, während auch Impulse durch Cowbells oder eine Orgel die eine immer weiter wachsende Dynamik in die Breite ziehen, bevor die Unberechenbarkeit nach einem grungig auf die Bremse tretenden Intermezzo Fanfaren und eine bombastischere Dramatik andeutet – und das Potential der Kombo(s) unterstreicht.


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