Crowquill – Erase The File
„I hope i appear in your dreams„, heißt es einmal inmitten der poetisch schwelgenden Lyrics von Erase the File. Soweit ist es vielleicht noch nicht – doch eine der vielversprechendsten Bands der jungen Metalcore-Zunft hält ihre 2025 gegebenen Versprechen zumindest derart ansatzlos, dass sie bis auf weiteres nicht so einfach aus der Wahrnehmung verschwinden will.
Allem Anschein nach haben wir es bei den drei versammelten Songs hier mit einem Ausblick auf das später im Jahr erscheinen sollende Debütalbum der Briten zu tun – womit die acht Minuten von Erase the File für sich stehend alsbald obsolet sein könnten.
Doch angesichts der Euphorie, die die vermeintliche Herold-EP lostritt, lohnt sich eine gesonderte Vorab-Sichtung auf jeden Fall. Immerhin halten Crowquill das Niveau ihrer ersten selbstbetitelten EP hier relativ ansatzlos und stürmen abermals mit traditionsbewusster Referenzqualität durch das Chaos des seine Lehren bei Botch und Co. gelernt habenden Metalcore.
Lead Smile hakt in wild kontrollierter Panik und geduldiger Heaviness seine Riffs manisch fauchend, ist fokussiert und prägnant, eskaliert letztlich aber auch im Galopp einer feisten Hardcore-Mentalität. Das Titelstück spukt seine Galle danach in einen besonders aggressiven Husarenritt durch den Math und gönnt sich einen Oldschool-Converge-Abgang, bevor Everything (I Need to Know) es dennoch schafft, nicht weniger gemein in den Ring einzusteigen, angepisst zu drücken, und die Hatz dennoch stimmig-wohldosiert mit dem melodischen Pathos des Emo-Klargesang würzt.
Dafür, dass der eklektische Ansatz der Band weiterhin aus überdeutlich klar erkennbaren Quellen gespeist wird, dient das dezent generische Worship–Artwork übrigens ebenso als Mahnmal wie als Qualitätssiegel: Das Crowquill-Debütalbum kann nach dieser EP-Messlatte eigentlich nur noch an den Erwartungshaltungen scheitern.


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