Dad Punchers – These Times Weren’t Made For You

von am 16. Juli 2013 in EP

Dad Punchers – These Times Weren’t Made For You

Touchè AmorèSchlagzeuger Elliot Babin macht im Kurzformat beinahe nahtlos dort weiter, wo er Ende letzten Jahres so kurzweilig mit dem selbstbetitelten Dad Punchers-Einstand debütiert hat: bei sympathisch unspektakulären Indierockkleinoden mit zeitlosem Emo-Collegerock-Anstrich – „Bummer Punk„.

Der gleichzeitig gravierendste und nebensächlichste Unterschied zum Dad Punchers-Langspieler: diesmal braucht Babin nicht mehr die Hilfe von Joyce Manor Bassist Matt Ebert, sondern spielte ‚These Times Weren’t Made For You‚ von vorne bis hinten im Wohnzimmer seines Vaters kurzerhand im Alleingang ein. Einzig das Saxofon im Opener ‚Everything Must Grow‚ verschafft David Patterson  Credits. Ein nettes Gimmick, dass mit seinem flotten Pop-Anstrich auch noch einmal vor Ohren führt, weswegen Babin guten Gewissens die Beach Boys Covers kann.

Ansonsten ist auch mit dem ohnedies nur formalen Übergang zur Diktatur kein neues Zeitalter für Dad Punchers ausgebrochen: Babin ist mit seiner gerne knödelnden Stimme immer noch nicht der begnadetste Sänger, aber eben ein leidenschaftlicher. Seine nostalgischen Texte zwischen Aufbruchsstimmung und Ankommen sind dazu gefällig aus dem Handbuch des emotionalen Indierock entnommen und fügen sich ideal in die unkompliziert nach vorne gehende Melancholie ein. Das Drumherum ist wieder charmant ungeschliffen inszeniert, nicht zu rauh aber niemals zu glattgebügelt, die frühen The Get Up Kids sind nah – in Summe ist das allerdings eben auch wieder eher grundsolide und „nur“ durch und durch sympathisch, als tatsächlich über dem Durchschnitt agierend – dafür fehlen Dad Punchers schlichtweg die wirklich zündenden Melodien, große Hooklines und genialen Songwriting-Momente. Wunderbare Genremusik also trotz allem (Zyniker werden behaupten: ein klassisches Solo-Album aus der Rhythmusabteilung), die man auch abseits jedweder überkochender Euphorie anstandslos nett gut finden kann.

Ambitionierter Einsatz und eine ungetrübte Spielfreude sind dabei weiterhin die Trumpfkarten von Dad Punchers. Womit dieser kompakte – und auch vielseitigere, sounderweiternde – Naschlag ein ähnlich peppiges Kleinod wie das mit 22 Minuten nur doppelt so lange, aber doch marginal stärkere  ‚S/T‚ geworden ist: wenn Babin alias Dad Punchers in ‚Instant Stream‚ mit lichten Shuffle-Anleihen flirtet und sich dann im zurückgelehnten Rockbandmodus an seiner Version von LCD Soundsystems ‚All My Friends‚ zu versuchen scheint, oder in dem romantisch schwebenden, herausragenden Titeltrack (der den Gesamteindruck auf den letzten Drücker schonmal ordentlich nach oben korrigiert) die selbe Kerbe streichelt wie die in den Emocore der 90er verliebten Rika sollte das nicht nur Fans der Weakerthans oder Title Fight die Wartezeit auf deren neue Studioalben verkürzen. Als Ersatzdroge für ‚Is Survived By‚ sei allerdings eher der Griff zum neuen Defeater-Werk empfohlen.

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