Danko Jones – Rock And Roll Is Black And Blue

von am 28. September 2012 in Album

Danko Jones – Rock And Roll Is Black And Blue

Rock and Roll ist eine einfache Sache für Danko Jones, der mittlerweile so selbstverständlich pflichtbewusste und innovationsresistente  Danko Jones– Alben abliefert, wie Motörhead, AC/DC oder Iron Maiden in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen in ihren Sektoren Platten abliefern. Endlich schlägt sich diese Arbeit für das Trio auch wieder in ausnahmslos guten Songs nieder.

Dass Danko Jones für jede seiner Platten die Ärmel hochkrempelt und sich gewissenhaft an seinem urtypischen, unverkennbar verschwitzten Arbeitskraft-Rock’n’Roll zwischen Hardrock und Metal abrackert, also über heavy headbangenden Riffs catchy geröhrte Testosteron-Hymnen heult und den nach vorne gehenden Rhythmen förmlich den Arsch aufreißt, um das wie die simpelste, natürlichste Sache der Prinzipientreue klingen zu lassen, die konstant und konsequent jeglichen Veränderungen aus dem Weg geht, all das steht in der Offenbarung des Danko Jones eingemeißelt. Dass die Sache auf ‚Sleep Is the Enemy‚ weniger gut und auf ‚Never Too Loud‚ sogar richtig schlecht hingehauen hat, ist inzwischen verdaut, ‚Below the Belt‚ als qualitative Trendwende jedoch bestätigt. ‚Rock and Roll Is Black and Blue‚ ist deswegen wohl nicht nur für Fans ein erfüllendes Danko Jones-Album geworden, indem es die Quintessenz des Danko Jones-Rock enthält, nur eben nochmal eine Spur besser als zuletzt, insofern also gar dessen Stärken zelebriert, damit wieder auf dem Weg Richtung der Großtaten der ersten beiden Alben bzw. der Compilation ‚I’m Alive and on Fire‚ ist, ja, das beste Danko-Manifest seit ‚We Sweat Blood‚ darstellt.

Dabei macht der Kanadier hier wenig bis nichts anders, als auf den Platten davor. „Legs, legs/ The longer they get/ The more foolish I get in the head/ Legs, legs/ The longer they get/ The more supider I’m in the end“ klingen hier die tiefgründigen Erkenntnise, heizen sich bis zum „Legs, legs, legs – longs legs!„-Refrain immer weiter auf, der in einem der bollo-prolligst ungeschliffenen Tracks so aus den Boxen stampft, aber irgendwer muss das Machotum im Rock einfach aufrechthalten, und grundsätzlicher als Jones macht das ohnedies kaum jemand. Besser als nahtlose Hitsammlung am Fließband hat dann auch die Rückmeldung ‚Below the Belt‚ nicht funktioniert,  das selbstsüchtige ‚I Don’t Care‚ oder ‚The Masochist‚ stehen klar in der Tradition der kickenden, beißenden Trademarks des Mango Kid, ‚Get Up‚ bringt gar die unsterblichen Klassiker ‚Dance‚ und ‚Lovercall‚ dazu, vor energischen Backgrounddamen Sex auf der Tanzfläche zu haben. ‚I Believed in God‚ knüpft mit seinem aufgeladenen Soulintro an das ähnlich gottesfürchtige ‚Love is Unkind‚ an, Danko stellt klar: „When she walked out in the middle of the room/ I believed in God„, Nachsatz: „But he´s evil/ Cause she don´t want me!“ womit er die alles stützenden Pfeiler seiner energiegeladenen Sause wieder auf das Podest hebt: sexy Girls,  vor allem aberdie Probleme, die sie verursachen und was die Straßen auf Tour eben sonst noch so an Abenteuern hergeben.

Der ewig aufs Achse befindende Jones hat sich mit ‚Always Aways‚ diesmal auch gleich selbst die ultimative Tourhymne auf den Leib geschrieben, die exaltierteste Gitarrenlinie der Platte parkt irgendwo zwischen The Who und Iron Maiden und platziert den Epos letztendlich im Alternative Rock-Stadion neben den Foo Fighters, wo sich auch ‚Don’t Do This‚ (als Nachgeburt von Joan Jett’s ‚I Love Rock’n’Roll‚) wohl fühlt. Passend dazu hat mit Atom Willard (u.a. Rocket from the Crypt, Angels & Airwaves) mittlerweile der facettenreichste, zwingendste Schlagzeuger auf dem Schleudersitz hinter der Schießbude um Jones und Langzeitkompagnon John Calabrese Platz genommen, was sich dann vor allem in kraftvollen Tribalpassagen wie jener im ausladende Refrain im beinahe poppigen ‚Just A Beautiful Day‚ am geschmackigsten zeigt, dem ähnlich munteren ‚Type Of Girl‚ lacht die Sonne dann gleich noch fröhlicher aus dem Allerwertesten, nicht zuletzt aufgrund seines verschmitzten Metal-Solos.
Da verkommt es schon mal zur Nebensache, dass Danko Jones sich in ihre mitreißenden Refrains gar zu exzessiv verschaut haben, jeden einzelnen genüsslich aber über Gebühr strapazieren. Vollkommen egal, denn das rockt. So richtig, endlich wieder. Womit auch die gerne gestellte Frage, weswegen das denn nun antun sollte, wenn Danko Jones das selbe Album doch in gewisser Weise zu Beginn ihrer Karriere schon in besser abgeliefert haben, postwendend beantwortet wird: Manchmal gibt es eben nichts besseres als simplen, verschwitzten, leicht stupiden Rock. Danko Jones spielen ihn hier wieder nahe ihrer  Hochform. Da braucht sich nichts zu ändern. So einfach ist das.

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