Down – Right Place, Wrong Time
Down feiern mit Right Place, Wrong Time Mardi Gras, huldigen dem NOLA-Heiligen Dr. John und haben vor allem wieder merklich Spaß zusammen: 14 Jahre nach Down IV – Part II kommt die Allstar-Kombo (bei der Kirk Windstein seinen Kurzzeit-Ersatzmann Bobby Landgraf ja auch schon vor über einem halben Jahrzehnt wieder abgelöst hat) endlich wieder in Fahrt.
Wobei Right Place, Wrong Time tatsächlich sogar einer Zeit stammt, als Down noch damit liebäugelten, über ein Cover-Album zurückzukommen. Ein Plan, den die Band mittlerweile ja verworfen hat: „It was kind of, like, well, if we’re gonna learn all these really obscure songs, in the time it’s gonna take us to learn all these fucking things and kind of make ’em our own, we could probably write originals. So we got together in January of 2024. Went to Phil‘s. Pepper, myself, Jimmy and Pat had gotten together and come up with a few ideas, and Phil had some stuff. We went out for three days and came back, came home, and by the time we were done, we had seven songs — not perfectly arranged.”
Während Down V mutmaßlich also auf die Zielgerade seiner Fertigstellung einbiegt, verneigt sich die Gang vor dem wahrscheinlich größten Hit von Dr. John – Right Place, Wrong Time vom 1973er Album In The Right Place.
Eine Nummer, die Anselmo nostalgisch werden lässt: „Dr. John‘s Right Place, Wrong Time is probably one of the first songs I ever learned or knew of as a kid. We grew up in the French Quarter and Dr. John‘s music was everywhere. Recording this song was something that I always wanted to do and I’m happy that I did it with Down“, so der 57 jährige. Und ergänzt: „The video was an absolute blast to make. Even my mom is in it! Because of her, I know Dr. John‘s music very well.”
Besagtes Video ist als trippige Party dann wohl tatsächlich der zweitbeste Indikator dafür, wieviel Spaß die Band (plus eben Mama Linda und Gattin Kate als Backing-Ladies) daran hat, den 70s-Funk-Groove des Originals durch den eigenen Trademark-Sound mit malmenden Gitarren und einer entspannten Portion Heaviness umzudeuten. Der flotte Stoner-Sludge von Down schunkelt beschwingt durch den zähflüssigen Sumpf, in dem ein zurückgelehnter Anselmo seine beste eingerauchte Dr. John-Imitation greint. Lässig und gut abgehangen solieren die Gitarren aneinander hoch und variieren die hinten stoisch auslaufende Repetition mit der kurzen Andeutung eines Tempowechsels, anstatt das Fade Out zu benutzen.
Es ist deswegen auch kein weiter Weg vom irritierten WTF-Erstkontakt zum latent süchtig machenden Ohrwurm: Down machen sich das catchy Right Place, Wrong Time kurzweilig und unterhaltsam zu Eigen, das geht runter wie Öl. Weswegen das Cover gar nicht nur als Methadon nach der jahrelangen Abwesenheit super funktioniert.


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