Bloom and Ruin – Two Liberations

von am 18. Mai 2026 in Album

Bloom and Ruin – Two Liberations

Efrim Manuel Menuck und Tashi Dorji bündeln ihre Signaturen als Bloom And Ruin auf ihrem Debütalbum Two Liberations. Natürlich via dem auf derartige Avantgarde-Landschaft spezialisierten Spezialisten-Label The Garrote.

Sat at Oppositional Greenery, das erste der beiden insgesamt 39 Minuten improvisiert-mäandernd einnemenden Gebilde, die Two Liberations formen und die wohl entlang einer gemeinsame Tour der beiden Musiker konzipiert wurden, beginnt abrassiv kratzend und quietschend, mit fast maschinellen Drone-Schleifen. Nach und nach bekommt das Stück eine astrale Strahlkraft, abstrahiert ein schroffes Geflecht aus Postrock Gitarren, dass die hymnische Sehnsucht Godspeed You! Black Emperor erahnbar macht: Naheliegender könnte die Achse Menuck und Doriji ihre eigenen Sounds kaum verschmelzen.
So schimmert eine Patina der Vertrautheit in der Dunkelheit, schabt und blinkt und wuselt  unter der Distortion. Eine wogend Repetition lässt in der steten Mutation gar phasenweise so etwas wie einen hypnotischen Groove entstehen und man kann sich durchaus vorstellen, wie Two Liberations sich in seinem Verlauf melodisch und erhebend auswachsen hätte können. Doch Bloom And Ruin balancieren lieber am Abgrund der Dissonanz, pendeln enigmatisch und legen sich in weiche Neugier, die als Installation aufbrandet.

A journey that is part lament, part rallying cry, part ritual… Unfolding in waves of soaring drone and crystallized/fractured guitar… The explorations of Dorji and Menuck feel cinematic, building and unraveling in real time… Yielding a most triumphant spectral protest“ verkündet der Beipackzettel, derweil das weitestgehend rein instrumental gehaltene Two Liberations seine politische Agenda zu Beginn von Dark Wet Soil Liberated From Human, Pesticide and Bomb auch stimmlich artikuliert, wenn Meredith Silver vom Spoken Word zum nachdenklich-sphärisch einlullenden Gesang in gedankenverlorener Bedeutung schwelgt, nachdem Bloom and Ruin Field Recordings in Ruinen am Strand gezeichnet haben, der Wind weht und klongt, sein Loop unter mysteriös schimmernde Gewässer schiebt – beinahe so nahe an Silver Mt. Zion wie „No More Apocalypse Father“(2024).
Dark Wet Soil Liberated From Human, Pesticide and Bomb taucht immer weiter in ein sinfonisches Geplänkel ein, findet dort eine funkelnde (Un)Ruhe. Die Reibung ist naturalistisch und industriell, texturtief und unkonkret, wo die Frequenzen sich verschieben, wie in Trance den Orchestergraben als kontemplativen Ambient a la Basinski deuten, und letztlich ätherisch verklingen: Für Anhänger der beiden Urheber im Speziellen und Genre-Fans im Allgemeinen eine sehr wohlige Gefälligkeit!

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