Editors – Surface, Echo & Sound

von am 2. November 2026 in Album

Editors – Surface, Echo & Sound

Nach dem Ausstieg von Benjamin John Power begnügen sich die Editors auf Surface, Echo & Sound wieder mit banalem Pop für austauschbare Mainstream-Formatradio-Programme.

Zwischen der relativ willkürlich aus dem Rahmen fallenden, aber sehr schön auf auf Stimme und Acoustic-Gitarre reduzierten Klammer des Titelsong-Openers (der bluesiger angetriebenen im Americana schnepfend gespielt eine implizite Spannung stimmungsvoll andeutet) sowie (dem ruhiger und melancholisch nach Innen blickenden) The Hills We Died Upon wird dieser Umstand allerdings wohl viele Fans der Briten glücklich machen, orientiert sich Surface, Echo & Sound mit der luftigen Leichtigkeit von Tom Smiths relativ egalem Soloalbum aus dem Vorjahr quasi mehr oder minder direkt an The Weight of Your Love und den organischen Wurzeln der Band, weitestgehend elektronikbefreit.

Dafür sorgt gleich das schmissig-flotte Doppel mit Call it In, das irgendwo zwischen noch vage mit Synths ausgeschmücktem Pop und Heartland Rock eine ebenso stromlinienförmig simple wie kompetente Single darstellt, und das mit Handclaps betont locker und positiv beschwingt auftretende (mit Iain Archer geschriebene) The Rush, das auch mit seine Prägung als eine Art The Cure-Singalong mit frühen R.E.M.-Vibes symptomatisch für das Wesen von Surface, Echo & Sound ist.
Danach geht das achte Album der Briten entlang seiner unverbindlichen Inszenierung und des willkürlichen Sequencing gut ins Ohr. Es plätschert gefällig und stets ein wenig zu beliebig, ohne wirklich spannend, interessant oder gar ambitioniert zu sein, begleitet mit wohlwollend mildem Blick betrachtet aber angenehm nebenbei, bevor alles wieder schnell und reibungslos vergessen ist.

Das Indie-Geplänkel Rescue drosselt sein Tempo frei von jedwedem Biss mit wogendem Gleichmut, und auch in Rescue, das in der Strophe mit seltsamen Effekt auf der Stimme nett schlapfend schimmert, passiert einfach nichts.
Shadow ist der am Reißbrett konstruiert schwofende Versuch der Editors, ihr Everybody Hurts zuzuschreiben. Was noch kalkulierter und langweiliger klingt, als man meinen möchte. Zumindest lässt der diesmal nie überladene Sound die hinten raus aufmachende Coldplay– und U2-Geste halbwegs versöhnlich erscheinen.
Happiness treibt gut voran und bekommt beinahe Gewicht auf die hymnische Geste, derweil das 80er affine, postpunkige Much Love mit seinem dominant treibenden Bass im homogenen Kontext niemals ziellos. Stimmiger sind da schon der ruhige Weichzeichner Butterfly Wings oder Seriously, das mit Co-Credits von Andy Burrows gewissermaßen einen Blink-182-Song für jenen Teil von Robert Smiths Klientel adaptiert, der keine emotionale Intensität, aber eine tröstende Komfortzone sucht.

Taucht einer dieser Songs im Radio auf, wird niemand hektisch den Sender wechseln wollen. Sehr wohl aber mit latenter Ungeduld auf die nächste wirklich zwingende Nummer herbeisehnen.
Trotz allem muss man dabei dennoch festhalten, dass das Songwriting, so enervierend harmlos es auch weitestgehend ausgefallen sein mag, willkommenerweise wieder deutlicher im Fokus steht, als zuletzt – was den sich hinsichtlich ihrer Tiefenwirkung leider längst alleine auf die Stimme ihres Frontmannes verlassenden Editors grundlegend gut steht.
Um diesen Umstand in ein gelungenes Album umzumünzen, hätte es dann aber doch zumindest eine weniger frustrierend zahnlosen (oder zumindest externen) Produktion gebraucht.

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